Es ist wieder Gründerzeit

2000 Jung-Unternehmer treffen sich im Löwenbräukeller

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München - Sie sind jung, kreativ und haben Visionen, die die Welt verändern können: Nachwuchs-Unternehmer scheffeln Millionen – oder fahren ihre „Startups“ mit vollem Karacho gegen die Wand.

Im Löwenbräukeller trafen sich am Freitag 2000 Entrepreneurs zum größten Weißwurst-Gründerfrühstück der Welt – und konnten dabei von den Göttern ihrer Branche lernen.

„Wenn es um deutsche Startups geht, redet man höchstens von Berlin. Wir in München wollen das ändern!“, sagt Andreas Bruckschlögl, der Bits&Pretzels mit Bernd Storm veranstaltet. München als Weißwurst-Gipfel gegen das Silicon Valley? Bruckschlögl – selbst erfolgreicher Gründer (onpage.org) – sagt: „Wir müssen aufpassen, dass uns die USA nicht ganz abhängen. Die Innovation ist unsere größte Ressource!“

Philip Inghelbrecht, Mitgründer der Musik-App Shazam.

WirtschaftsministerinIlse Aigner (CSU) verspricht Investitionen in Millionenhöhe und sagt: „Mein Ziel ist es, Bayern ganz nach vorne zu bringen! Laptop und Lederhosn, Dirndl und Daten!“ Da kann es nicht schaden, sich etwas von denen abzuschauen, die bereits ganz vorne sind. Jonathan Badeen, Gründer der populären Dating-App Tinder (über 600 Millionen Nutzer weltweit), rät: „Tu es! Nicht zu lange nachdenken, machen! Umgib dich mit Menschen, die Dinge besser können als du – und lerne von ihnen.“ Auch Philip Inghelbrecht, Gründer der Musik-App Shazam, gibt wichtige Tipps: „Jedem Unternehmer schlägt irgendwann Ablehnung entgegen. Wichtig ist, sich von deiner Idee nicht abbringen zu lassen. Das muss einen erst recht motivieren!“ Beide sind der Meinung, dass München als Gründer-Stadt Potenzial hat. Sabine Mattern vom Entrepreneurship Center der LMU sagt: „Es ist wichtig, die jungen Wilden mit diesen etablierten Firmen zusammenzubringen. Das geht in diesem Rahmen sehr gut.“

Beitrag von TZ.

Er gründete die Dating-App im Jahr 2012: Jonathan Badeen aus Los Angeles

Smartphone und Laptop, dazwischen eine bayerische Brotzeit – den internationalen Gästen schien es zu gefallen. Tinder-Gründer Badeen versucht sich nach dem Gespräch mit der tz spontan als Schuhplattler. Noch so etwas, was sich junge Unternehmer von den Vorbildern abschauen können: Bodenhaftung.

Drei junge Bayern und ihre Geschäftsideen

Johannes Crepon (26) aus München: "Du stehst auf amerikanische Oldtimer? Wir von Velocity Automo­tive liefern die Ersatzteile dazu, die man zwangsläufig irgendwann braucht. Natürlich ist das eine kleine Nische, aber hier sind wir schon Marktführer. Das Büro ist in Freimann, das Verkaufslager in Sachsen und das Einkaufslager in New Jersey. Bestellen kann man über unseren Internetshop (velocity-group.de) aus der ganzen Welt. Uns besuchen hier täglich 1000 Leute!"

Elias Atahri (25) und Felix Mauerer (25) aus München: "Großstädte sind die Zukunft – aber die öffentlichen Verkehrsmittel bieten nicht die optimale Mobilität! Die Frage ist doch: Wie kann man die Menschen vollständig mit der Stadt verbinden? Unsere Antwort: Elektro-Roller. Die Batterie kann man an jeder Steckdose aufladen. Das reicht für 50 Kilometer. Wer mehr braucht, kann eine zweite Batterie dazustecken. Man kann sich seinen individuellen Roller auf unserer Webseite unumotors.com mit wenigen Klicks zusammenstellen."

Nicole Oberhofer (31) aus Titting: "98 Prozent der Kinder werden mit gesunden Füßen geboren. Nur 40 Prozent behalten diese bis ins Erwachsenenalter. Das Problem: Das Nervensystem der Kinder ist nicht voll ausgereift. Sie merken nicht, wenn der Schuh drückt! Die Folge: Fehlstellungen und Rückenbeschwerden. Die Lösung: der Clevermess. Ein Gerät, das Schuh und Fuß in Sekunden vermisst und dann anzeigt: „zu klein“, „zu groß“ oder „passt perfekt“. clevermess.de"

Tobias Scharnagl

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