Alkohol-Exzesse nehmen zu

Prügel-Schülerin (14) hält Polizei in Atem

München - Alkohol-Exzesse unter Jugendlichen nehmen drastisch zu. In München hält derzeit eine 14-Jährige die Polizei in Atem – sie hatte eine Beamtin auf dem Schulhof schwer verprügelt. Mit mehr als 1,1 Promille im Blut!

Die Studie der Kriminologischen Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei ist alarmierend: Die Zahl der 18- bis 24-Jährigen, die unter Alkoholeinfluss gewalttätig geworden sind, hat sich zwischen 2001 und 2010 fast verdoppelt! In München hält derzeit eine 14-Jährige die Polizei in Atem – sie hatte eine Beamtin auf dem Schulhof schwer verprügelt. Mit mehr als 1,1 Promille im Blut! Inzwischen wird sie in der Datei der jugendlichen Intensivtäter geführt. Lesen Sie diesen schockierenden Fall, die Handlungsmöglichkeiten und extreme Einsätze für die Bundespolizei:

Prügel-Schülerin (14) jetzt Intensivtäterin

Sie wirkt so zart und zerbrechlich, ihr Blick aus rehbraunen Augen könnte Steine erweichen. Doch hinter dieser sanften Fassade tobt Gewalt, Bosheit, ein unerklärlicher Hass und hochgradige Aggressionen: Nur wenige Tage nach der üblen Prügelei mit Polizisten in der Moosacher Grund- und Mittelschule macht Melinda (14, Namen geändert) schon wieder, was sie will.

Bei den Eltern anderer Kinder regt sich nun Widerstand gegen die unerklärliche Nachsicht der Behörden mit einem Kind, das keine Regeln kennt und keinen Respekt.

In Neuhausen und Moosach gibt es keine Schule mehr, bei der Melinda noch eine Chance bekommt. Bei der Polizei fiel sie mehrfach auf mit Ladendiebstählen, Widerstand, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung auf sexueller Grundlage – und immer wieder Alkoholmissbrauch! Den vorerst letzten Höhepunkt lieferte Melinda am 28. Januar, als sie morgens trotz Hausverbots betrunken im Unterricht an der Schule in der Hardenbergerstraße erschien und sich zu ihrer kaum weniger betrunkenen Freundin Alicia (14) setzte. Als Polizisten kamen, griffen die Mädchen voll an und kreischten unflätig („Ich bringe Euch um! Ihr stinkt nach Scheiße!“). Eine Polizistin wurde grün und blau geschlagen. Um 12 Uhr hatte Melinda noch immer 1,1, Promille! Nachmittags rief der Vater die Polizei. Melinda zerlegte die elterliche Wohnung, weil ihr der Hausarrest nicht passte. Auch aus der Jugendschutzstelle in Pasing lief sie weg. Zwei Tage später tauchte sie zum Entsetzen einiger Eltern an einem Jugend-Treffpunkt in der Wendl-Dietrich-Straße (Neuhausen) auf – wieder betrunken und genauso frech.

Die Eltern der anderen Kinder wollen das nicht länger hinnehmen: „Wir wissen, was dieses Mädchen mit schwächeren Kindern macht. Ich verlange, dass meine Tochter vor ihr geschützt wird“, erklärte eine Mutter gegenüber der tz.

Bei der Polizei wird Melinda mittlerweile im sogenannten Proper-Programm für minderjährige Intensivtäter geführt. Solange sie nicht wieder straffällig wird, sind der Polizei die Hände gebunden. Melinda wird nun vermutlich ein Fall fürs Familiengericht (siehe unten).

Dorita Plange

Jugendliche außer Kontrolle

Zum Fall Melinda darf sich das Münchner Sozialreferat aus Datenschutzgründen nicht äußern. Wohl jedoch zu den Möglichkeiten, die dem Jugendamt im Umgang mit schwierigen bzw. straffälligen Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht. Im Mittelpunkt steht alle Hilfe für das Kind, aber auch der Schutz des Kindes vor sich selbst und der Schutz für andere. Am Anfang steht das Gespräch mit der Familie und den Kindern selbst. Die Angebote reichen von der Erziehungshilfe bis hin zur Unterbringung in einer Wohngruppe. Stoßen die Betreuer auf fehlende Kooperation, muss in Absprache mit den beteiligten Institutionen (z.B. Polizei, Jugendpsychiatrie, Schule, Jugend- und Familiengerichten) geprüft werden, ob das Kindeswohl gefährdet ist. In solchen Fällen muss das Jugendamt das Familiengericht anrufen, das dann per Urteil beschließt, ob Kinder oder Jugendliche in einer geschlossenen Einrichtung (Psychiatrie oder Jugendheim) untergebracht werden. Besteht dringender Handlungsbedarf, kann das Jugendamt ein Kind auch schon vor dem Urteil in Obhut nehmen.

dop

Mit 5 Promille am Gleis 25

Alkohol, Drogen und Gewalt – in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte die Bundespolizei an Haupt- und Ostbahnhof schwer zu tun. Die Fälle im Überblick:

  • 18 Uhr: Beamte finden einen wohnsitzlosen Mann (44) am Gleis 25 des Hauptbahnhofs. Er hat mehr als 5 Promille Atemalkohol, kann nicht mehr gehen. Der Rettungsdienst bringt ihn in die Klinik.
  • 23 Uhr: Ein 52-jähriger Mann aus Laim schläft in der S-Bahn (Linie S2). Beamte messen bei ihm 4,63 Promille Atemalkohol – er muss in der Wache am Hauptbahnhof ausnüchtern.
  • 0.30 Uhr: Ein Somalier (20) torkelt orientierungslos durch die Schalterhalle des Hauptbahnhofs – Beamte nehmen ihn mit zur Wache, dort krampft er und klappt zusammen. 3,45 Promille! Er muss ins Klinikum.
  • 1.15 Uhr: Ein Schweizer (21) greift am Ausgang zur Bayerstraße einen Polizisten an, als er einen Platzverweis erhält. Mithilfe von Pfefferspray wird er gefesselt. 0,17 Promille, er hat wohl Drogen genommen.
  • 5.50 Uhr: Drei betrunkene Männer (17, 23 und 23) schlägern sich am Ostbahnhof, einem zersplittert eine Bierflasche im Gesicht. Der 17-Jährige hat 3,5 Promille – er war im Kunstpark Ost feiern. Die Ermittlungen sind schwierig: Denn auch die Zeugen haben 2,5 Promille.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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