"Habe damals storniert und nichts mehr gehört"

Feinkost-Paket kam nach 13 Monaten: Alles verschimmelt!

+
Oliver Kahl mit den zum Teil abgelaufenen Produkten aus seinem Feinkost-Paket: Das kam durch eine Panne erst nach 13 Monaten bei ihm an.

München - Oliver Kahl hatte ein echtes Ekel-Erlebnis. Die Lieferung von einem Feinkost-Onlineshops war 13 Monate (!) unterwegs - deutlich zu lang für die Lebensmittel ...

Saftiger istrischer Speck, zarter dalmatinischer Schinken, würziger Schafskäse in Olivenöl und als Nachspeise cremige Nougat-Pralinen – im Abgang allerdings ziemlich verschimmelt!

Dieses Ekel-Erlebnis machte kürzlich Oliver Kahl aus Neuhausen, als er ein Paket des Feinkost-Onlineshops Delinero öffnete. Kein Wunder: Die Lieferung war 13 Monate (!) unterwegs, bis sie ihren Empfänger erreichte – eine verdammt lange Zeit für verderbliche Lebensmittel! Die ursprüngliche Bestellung hatte er im Juni 2014 aufgegeben. „Ich erhielt damals eine Benachrichtigung, dass sich die Lieferung um fünf Tage verzögert. Das hat mir zu lange dauert. Ich habe die Bestellung damals storniert und nichts mehr vom Paket gehört“, erzählt der 46-Jährige. Für Kahl war der Fall damit erledigt – bis er vor ein paar Tagen plötzlich eine Benachrichtigung von DHL im Briefkasten hatte. Sein Paket könne bei der Paket-Annahmestelle in der Trivastraße abgeholt werden. Von der Neugier gepackt, machte sich Kahl einen Tag später auf den Weg, sein Pakete abzuholen: „Ich war gespannt, was mich erwarten würde.“

Ein Ekel-Moment: Kahl beim Öffnen des Pakets.

Als er das Paket in der Annahmestelle sah, hatte er bereits einen Verdacht, der sich beim Öffnen bestätigt: abgelaufene und verschimmelte Lebensmittel. Doch warum ist das Ekel-Paket so lange liegen geblieben? „In unserem Viertel kommt es schon mal vor, dass man Weihnachtsgebäck auch erst an Ostern bekommt“, erzählt Kahl. Nachdem die tz Klaus-Dieter Nawrath von der Deutschen Post über die unglaubliche Lieferzeit informiert hat, ist er der Sache nachgegangen. Seine Erkenntnis: Das Päckchen wurde ordnungsgemäß am 26. Juni 2014 ausgeliefert. Um 17.09 Uhr erreichte es die Annahmestelle. „Dort muss es dann über ein Jahr gelagert haben“, ist sich Nawrath sicher. Ungewöhnlich, denn normalerweise wird ein Päckchen zum Absender zurückgeschickt, wenn es nach sieben Werktagen noch niemand abgeholt hat.

Wolfgang Kagermaier, in dessen Orthopädie-Geschäft die Annahmestelle integriert ist, wundert sich über die Verwirrung: „Ja, das lag ein Jahr lang bei mir. Wenn es niemand abholt, passiert das eben. Es ist ja auch nicht meine Aufgabe, den Leuten ihre Pakete hinterherzutragen.“ Kagermaier habe sogar Kahls Nachbarn mehrmals eine Benachrichtigungskarte mitgegeben. Doch die kam erst mit über einem Jahr Verspätung an ...

Manuel Bonke

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
31-Jähriger am ZOB niedergestochen: Neue Details
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Aktion im Live-Stream: Star-Sprayer besprühen Sparkassen-Fassade
Aktion im Live-Stream: Star-Sprayer besprühen Sparkassen-Fassade
Dicker Rauch aus Wohnhaus: Zimmer geht in Flammen auf
Dicker Rauch aus Wohnhaus: Zimmer geht in Flammen auf

Kommentare