Polizei sucht Zeugen

Radler fast totgefahren - Täter flüchtet

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Klaus B. nach der stationären Behandlung im Krankenhaus. Ein Autofahrer hatte dem 51-Jährigen Radfahrer die Vorfahrt genommen.

München - Verletzungen im Gesicht und Brüche im Wirbelsäulenbereich: Weil ihm ein Autofahrer die Vorfahrt nahm, musste Radler Klaus B. ins Krankenhaus. Der Unfallverursacher flüchtete.

Das war knapp. Sehr knapp. Trotzdem darf sich der Ingenieur Klaus B. (51) glücklich schätzen, dass er seine Arme bewegen und seinen Körper spüren kann. Nur noch Millimeter trennten ihn vom Tod beziehungsweise schlimmsten Folgen für seine Gesundheit. Der, der ihm das angetan hat, wird seit Mittwochfrüh von der Polizei gesucht: Ein bislang unbekannter Fahrer eines hellbeigen Mercedes, der auf der Dachauer Straße in Moosach unmittelbar vor dem radelnden Ingenieur in eine Einfahrt fuhr. Klaus B. konnte nicht mehr bremsen, knallte seitlich in das Heck des Autos, blieb schwer verletzt und blutüberströmt auf dem Radweg liegen. Den Autofahrer kümmerte das nicht. Er stieg noch nicht mal aus. Doch es gibt zwei wichtige Anhaltspunkte, die den geflüchteten Unfallfahrer entlarven könnten...

Am Mittwoch um 7.15 Uhr radelte der Ingenieur auf der Dachauer Straße stadteinwärts. Auf der Zufahrt in die Wohnsiedlung Dantepark (Dachauer Straße 263 bis 267) unmittelbar neben der Brücke der Landshuter Allee bog genau in diesem Augenblick der hellbeige Mercedes ein. Trotz einer Vollbremsung konnte Klaus B. den Zusammenstoß nicht mehr vermeiden. Mit dem Kopf voran prallte er hinten rechts gegen das Auto, das dabei wahrscheinlich auch beschädigt worden sein müsste. Trotz des Fahrradhelmes, der Klaus B. wohl das Leben rettete, erlitt der Ingenieur schwere Gesichtsverletzungen und mehrere lebensgefährliche Brüche im Bereich der Wirbelsäule. Im Rettungswagen wurde er auf einer speziellen Trage sehr vorsichtig in die Klinik gefahren. Mittlerweile sind die Wunden genäht und die Brüche stabilisiert. Die Heilung wird dauern. Trotz allem hat Klaus B. offensichtlich großes Glück gehabt. Am Freitag konnte er schon wieder lächeln: „Die Ärzte haben mir heute gesagt, dass ich mein zweites Leben feiern kann“, sagte er einem Polizisten.

Mittlerweile läuft die Fahndung nach dem Unfallfahrer auf Hochtouren. Bei dem Mercedes könnte es sich um ein ausrangiertes Taxi handeln. Dafür spricht die hellbeige, charakteristische Farbe. Der Wagen könnte zudem am hinteren rechten Eck vom Aufprall des Radfahrers verbeult oder zerkratzt sein. Im Auto saß nur der Fahrer. Das Unfallkommando (Telefon: 089/6216-3322) der Münchner  Polizei in der Tegernseer Landstraße bittet alle Bürger um Hinweise, wo solch ein Fahrzeug steht. Das Telefon ist auch am Wochenende rund um die Uhr besetzt.

Dorita Plange

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