Das bringt 2017 für den Stadtbezirk

Neuhausen 2017: Aufs Viertel warten viele Veränderungen

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Ein Sportler-Traum: Der ESV München beginnt heuer mit dem Bau seiner neuen Multifunktionshallen.

München - Auf den Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg wartet ein ereignisreiches Jahr: Das „Backstage“ hofft auf eine Zukunft, das Kreativquartier wächst und der ESV baut aus.

Im Jahr 2017 feiert Neuhausen seinen 850. Geburtstag. Die Geschichte des ehemaligen Bauerndorfs, das sich zunächst zu einem Arbeitervorort entwickelt hat, zeigt eine Ausstellung der Geschichtswerkstatt Neuhausen auf der Stadtteilkulturwoche im Juni. Außerdem wird es im März einen Festakt geben. Doch die Geschichte bleibt nicht stehen im Münchner Westen. In diesem Jahr stehen einige wegweisende Entscheidungen für den Stadtbezirk an:

Unsicherheit fürs Backstage

Das„Backstage“, die größte kulturelle Einrichtung im Münchner Westen, steht wohl auch im Jahr 2017 auf unsicheren Beinen. Unklar ist, ob die Konzerthalle dauerhaft auf das sogenannte Deutschmanngelände umziehen kann, weil fraglich ist, ob auf dem Gelände eine kulturelle Nutzung genehmigt wird. Außerdem könnten die Zufahrten zu den Baustellen für die zweite Stammstrecke über das Backstage-Gelände verlaufen und den Betrieb so unmöglich machen, befürchtet Betreiber Hans-Georg Stocker. „Wir hoffen, dass 2017 das Herumgeeiere endlich aufhört“, sagt er. „Dass wir endlich wissen, was wir wann wo bauen können.“

Zweite Stammstrecke - auch im Viertel ein Thema

„Das Thema Stammstreckewird uns alle 2017 beschäftigen“, sagt Anna Hanusch (Grüne), Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Neuhausen-Nymphenburg. Mit aller Wahrscheinlichkeit werde heuer zwar noch nicht mit den Bauarbeiten im Stadtbezirk begonnen. Doch Gesprächsbedarf gebe es schon jetzt, schließlich seien die geplanten Eingriffe im Bezirk recht groß: Am S-Bahnhof Laim werde es durch die sogenannte Umweltverbundröhre größere Arbeiten geben. Durch den Tunnel östlich der Wotanstraße sollen später Fußgänger, Radfahrer und Busse die Gleise unterqueren. Hinter der Donnersbergerbrücke wird, wenn der Bau einmal begonnen hat, viel Baustellenverkehr auch in den Neubaugebieten entlang der Bahngleise erwartet. Eine Einwohnerversammlung im Laufe des Jahres soll die Fragen der Anwohner klären.

2. Stammstrecke: Wo die Stadt überall aufgerissen wird

Tram-Westtangente und neue Parklizenzen

Hanusch erwartet 2017 außerdem eine endgültige Entscheidung über den Bau der Trambahn-Westtangente. Dieneue Strecke soll die Stadtteile Schwabing, Neuhausen, Laim und Obersendling verbinden. Hanusch erhofft sich, dass 2017 das Planfeststellungsverfahren beginnen kann. Die CSU im Stadtrat hat Ende 2016 angekündigt, dem Projekt nach langer Auseinandersetzung doch zuzustimmen.

In diesem Jahr wird außerdem endgültig über die Parklizenzgebiete Rotkreuzplatz Nord und Süd entschieden. „Aber dass wir 2017 schon die ersten Automaten aufstellen können, bezweifle ich“, sagt Hanusch.

Der Taxispark wird fertig

Der Taxispark, der zwischenzeitlich für die Öffentlichkeit zugänglich war, wird zwischen März und September erneut schließen. Ein Kinderspielplatz und der tiefergelegte Garten sollen in dieser Zeit fertiggestellt werden. Doch danach sollen die Anwohner den ehemaligen Park für Kriegsgeschädigte im Stadtteil Gern, der lange geschlossen war, endgültig als Freizeitfläche nutzen können.

Abriss und Neuanfang beim Kreativquartier

Im Kreativquartier zwischen Dachauer, Schwere-Reiter-, Heß- und Lothstraße soll sich vieles weiterentwickeln. „Wir wollen, dass möglichst viele Ideen umgesetzt werden können“, sagt Anna Hanusch, die seit Oktober für den BA als Mitglied des Beirats die Aktivitäten im Kreativquartier mit koordiniert. Sie könne sich Möbelbauworkshops, Lichtinstallationen oder Gemeinschaftsgärten vorstellen. Vieles davon sei schon während des Urban-Festivals im vergangenen Sommer ausprobiert worden. Das Gebäude an der Dachauer Straße mit dem auffälligen Schriftzug „Mut“ wird in diesem Jahr abgerissen und durch einen temporären Bau ersetzt. Das Kulturreferat sammelt derzeit noch Ideen für die Zwischennutzung.

Verzögerung beim Trafo, Hoffnung auf Schulausbau

Auf ein anderes Kulturzentrum im Stadtteil müssen die Neuhauser und Nymphenburger 2017 weiterhin verzichten: Die Eröffnung des Neuhauser Trafos verzögert sich noch mal. Sie ist nun vorerst für Mai 2018 geplant.

Im BA hoffe man, dass zwei oder drei Schulenaus dem Bezirk im zweiten Schulbaupogramm der Stadt berücksichtigt werden, so Hanusch. Besonders das Rupprecht-Gymnasium und das Käthe-Kollwitz-Gymnasium hätten dringenden Sanierungsbedarf, ebenso die Winthirschule und die Rudolf-Diesel-Realschule.

Mehr Platz für den Sport im Viertel

Der ESV Münchenwird auf seinem Gelände an der Margarethe-Danzi-Straße seine Turnhalle bedeutend erweitern – mit Hallen für Turner, Cheerleader und Kletterer, Kampf- und Ballsportler. 10 Millionen Euro soll die Multifunktionshalle kosten. Der Bau sei dringend nötig, so Simone Boehringer vom ESV, denn der Verein wachse stark und auch die umliegenden Schulen wie die Margarethe-Danzi-Schule und das benachbarte Förderzentrum nutzten die Hallen. Baubeginn ist Mitte des Jahres, bis zum Beginn des Schuljahres 2018/2019 will der ESV die Turnhallen eröffnen können. 

Was wurde aus den Plänen für das vergangene Jahr im Viertel Neuhausen-Nymphenburg? Zum Vergleich finden Sie hier die Jahresvorschau für 2016.

13 Dinge, die (nur) Münchner wissen

Judith Issig

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