An der Wotanstraße

Büroklotz wird Flexiheim: Platz für Wohnungslose und Flüchtlinge

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Im November 2015 von der Stadt angemietet: Das Haus Wotanstraße 88 steht schon lange leer.

Ab 2019 will die Stadt an der Wotanstraße für Flüchtlingsfamilien und Wohnungslose 49 Appartements schaffen. 

München - Ein seit einiger Zeit leer stehendes Bürogebäude an der Wotanstraße 88 soll ab 2019 als Flexiheim für Flüchtlingsfamilien und Wohnungslose genutzt werden. Auf insgesamt 5700 Quadratmetern Fläche und acht Stockwerken sollen 49 verschieden große Appartements mit insgesamt bis zu 266 Bettplätzen entstehen. Die Umbaumaßnahmen kosten etwa zehn Millionen Euro. Zusätzlich zu den Wohnungen sind ein Anwohnercafé, Gemeinschaftsräume, Verwaltungsräume und Büros für sozialpädagogische Mitarbeiter eingeplant. Die Sozialpädagogen sind dafür zuständig, den Anwohnern bei der Vermittlung in eine längerfristige, private Unterkunft zu helfen.

Das Gebäude wurde im November 2015 vom Kommunalreferat angemietet, damals sollte es kurzfristig zur Unterbringung von Flüchtlingen verwendet werden. Aus brandschutzrechtlichen Gründen kam es nicht dazu – bis zum Jahr 2030 soll in die Räumlichkeiten nun also ein Flexiheim einziehen. Dann endet der Mietvertrag und die Wotanstraße 88 wird wieder – so zumindest der Plan – zu einem Bürogebäude umgewandelt.

In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Neuhausen-Nymphenburg sorgte das Thema für Diskussionen. Leonhard Agerer aus der CSU-Fraktion befand den Umbau „aus rein betriebswirtschaftlichen Erwägungen nicht richtig“. Wenn man alle Kosten berücksichtige, liege der Quadratmeterpreis bei 41 Euro. Abzüglich der Fläche, die nicht für Wohnraum genutzt werde, bei über 80 Euro, rechnete er vor. „Warum könne man nicht an einer Stelle Betreuung aufbauen, an der die Stadt München ein Grundstück besitze?“, ergänzte Fraktionskollege Asko Hochdorn. Die zehn Millionen Euro für eine temporäre Nutzung würden so schlicht „herausgeblasen“.

Die BA-Vorsitzende Anna Hanusch (Grünen) entgegnete, sie sei „geschockt“, dass das Projekt infrage gestellt werde. „Dabei brauchen wir endlich ein gutes Beispiel dafür, wie leer stehende Bürogebäude vernünftig genutzt werden können.“ Eine weitere Diskussion zu dem Projekt wurde auf die nächste Sitzung vertagt. 

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Leonie Gubela

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