Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Rechte Hetze gegen Politiker: CSU-Mann erhält üble Hass-Mail

+
Nima Lirawi sitzt im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg.

Eine an Geschmacklosigkeit kaum zu überbietende E-Mail hat der CSU-Politiker Nima Lirawi (30) am Sonntagabend bekommen.

München - „Ohren auf!!!“ lautet die Überschrift. „Die Deportation ist für Dienstag, 8 Uhr, angesetzt“, schreibt der Verfasser weiter. „Pack Badelatschen und Handtuch ein! Nach einer schönen Zugfahrt durchs bayerische Alpenvorland geht‘s am Zielort zunächst einmal unter die Dusche... Denn merke: auch für Dich ist IMMER ein Plätzchen im KZ frei.“ Gezeichnet wurde die E-Mail von Adolf Hitler, Reichskanzler, Absender ist „adolf.hitler@nsdap.de“.

Nima Lirawi, der bereits häufiger Drohungen in den sozialen Netzwerken bekommen hat, erstattete noch am Sonntag Anzeige. „Man darf sich von so etwas nicht einschüchtern lassen.“ 

Auch ein prominenter CDU-Politiker war im Netz zuletzt heftig angefeindet worden.

War ein Twitter-Post der „Auslöser“?

Der 30-Jährige sitzt im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, kümmert sich um Migration, Verkehr und Kultur. Die E-Mail kann er sich nur damit erklären, dass jemand bei Twitter auf ihn aufmerksam wurde. „Ich habe auf einen Beitrag von Jörg Meuthen reagiert“, sagt Lirawi. Der AfD-Politiker twitterte: Heute bei #AnneWill: „Kabinett komplett – wofür steht diese neue Regierung?“ Sollte da nicht die #AfD als Oppositionsführer vertreten sein? Aber wie fast immer, sind wir auch diesmal außen vor. Ist das Zufall oder hat das System?“ 

Lirawi antwortete: „Ich wüsste nicht, was Sie aus Ba-Wü Konstruktives beitragen könnten. Ich erwarte von einem Professor – zurecht – mehr als ein Bild mit weinerlichem Inhalt....“ Die Polizei ermittelt wegen eines Anfangsverdachts der Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung gegen Unbekannt.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mieter warnen: „Wir sind nicht die Einzigen“ - Wohnungs-Zoff weitet sich zum Skandal aus
Mieter warnen: „Wir sind nicht die Einzigen“ - Wohnungs-Zoff weitet sich zum Skandal aus
„Sackratte“: Fiese Kommentare auf Münchner Luxusauto - ein Detail empört Passanten zutiefst
„Sackratte“: Fiese Kommentare auf Münchner Luxusauto - ein Detail empört Passanten zutiefst
Vermummte Löwen-Fans stürmen FC-Bayern-Kneipe - So urteilte das Gericht
Vermummte Löwen-Fans stürmen FC-Bayern-Kneipe - So urteilte das Gericht

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion