Kult-Gastronom hat neue Heimat

Habibs Döner jetzt noch schöner

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Habib Ur Rahman (l.) mit Koch Bharat Singh im neuen Laden an der Dachauer Straße 100a.

München - Seine Döner sind legendär – viele halten sie sogar für die besten der Stadt. Doch dass Habib Ur Rahman seine Kebab-Spezialitäten überhaupt verkaufen kann: Das stand noch vor wenigen Monaten auf der Kippe.

Seit 15. April bedient er seine Stammkunden in der Dachauer Straße 100a, im Gebäude der Hochschule München. Hinter ihm liegen fast zwei Jahre Ungewissheit, eine Menge Enttäuschungen und hohe Investitionen. Mit seinen alten Vermietern kommuniziert er nur noch über seinen Anwalt.

Rückblick: Schon seit dem Jahr 1998 ist Habib in München bekannt für seine Hendl und seine Dönerspezialitäten. Sein Verkaufswagen am alten Bahnhofsgelände in Moosach hat sich Kultstatus erarbeitet. Bis zum März 2013 – dann beginnt Rahmans Odyssee mit einer Räumungsklage! Das alte Bahnhofsgelände fand einen neuen Eigentümer. Der ließ ein Hotel bauen. Und Habib musste weg – trotz der Unterstützung von Alexander Dietrich (CSU), Mitglied des Moosacher Bezirksausschusses und des heutigen Bürgermeisters und damaligen CSU-Stadtrats Josef Schmid.

Der neue Laden.

Vor rund eineinhalb Jahren schienen alle Probleme gelöst. Sein ganzes Herzblut hatte Rahman in sein neues Kebap-Paradies gesteckt – und auch sein ganzes Geld. „50 000 Euro hat mich das gekostet“, bilanziert Rahman. Er war zuversichtlich, und die Kundschaft stand tatsächlich Schlange. Dann aber der Schock: Den Nachbarn stank der Laden gewaltig, im wahrsten Sinn des Wortes. Und, es wird richtig problematisch, wie Rahman weiter berichtet. Denn: Die Ladenfläche hätte erst gar nicht an Gastronomen vermietet werden dürfen. Rahman sagt fassungslos: „Davon wusste ich nichts. Vor mir wurde der Laden auch gastronomisch genutzt, da gab es keine Probleme …“ Habib musste raus, wieder mal. Seine Investitionen für den Zwischenstations-Laden will er ersetzt haben: „Ich warte bis heute auf mein Geld.“

Immerhin: Jetzt hat Rahman einen neuen Standort gefunden. Auf dem Gelände der Hochschule hat er mit über 9000 Studenten beste Voraussetzungen. Und: „Der Laden läuft. Vor allem in der Mittagspause ist richtig viel los.“ Darauf einen Döner!

Johannes Heininger

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