Berühmtheit nach Überfall

Derya (51) ist der coolste Tankwart der Stadt

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Derya Örneker sitzt wieder entspannt hinter seiner Theke.

München - Wenn du Geld haben willst, musst du mich schon erschießen!“ Diese Worte schleuderte der mutigste Tankwart Münchens Ende Oktober einem Räuber entgegen, als dieser seine Jet-Tankstelle in der Wotanstraße überfiel.

Derya Örneker (51) ist seither eine kleine Berühmtheit. „Jeder im Viertel kennt mich jetzt beim Namen und begrüßt mich. Alle sagen, wie toll ich reagiert habe.“ Verschmitzt fügt er hinzu: „Und das ist auch gut fürs Geschäft …“

Wie die Aufnahmen aus der Überwachungskamera belegen, trat der 51-Jährige dem Räuber mutig gegenüber.

Wie kann ein Mann da nur so cool bleiben? Die Geschichte von Örneker klingt schier unglaublich: Als er am 30. Oktober um 5.43 Uhr die Tankstelle aufsperren will, steht ein Mann mit weißen Handschuhen, Sturmmaske und großer Sonnenbrille vor ihm. „Ich hab versucht, ihn dazu zu bringen, seine rechte Hand aus der Tasche zu nehmen. Denn vor einem Messer hätte ich keine Angst gehabt, vor einer Pistole jedoch schon“, erzählt der gelernte Mechaniker direkt nach dem Überfall der tz.

Örneker macht dem Räuber unmissverständlich klar, dass er kein Ged hat – und bleibt natürlich auch da völlig gelassen. Anschließend bietet der 51-Jährige dem Täter sogar noch Tee an! Als der Tankwart in einen kleinen Nebenraum geht, sperrt der Täter ihn ein und nimmt sich 250 Euro aus der Kasse. Derya Örneker lässt das nicht auf sich sitzen: Er tritt die Tür ein – und folgt dem Räuber Richtung Laimer Brücke. Leider vergebens: Der Täter macht sich mit einem roten Auto aus dem Staub.

Trotzdem konnte er unerkannt von der Tankstelle in der Wotanstraße flüchten

Auchim Rückblick bereut der Tankwart nichts. „Ich habe keine Angst vor solchen Leuten. Mich ärgert nur, dass ich ihn nicht überwältigt habe.“ Denn leider ist der Täter noch nicht gefasst. „Es gibt keinen Tatverdächtigen und keine heiße Spur – aber die Ermittlungen laufen“, sagt Werner Kraus von der Münchner Polizei. Das Überfall-Opfer Derya Örneker hofft, dass der Täter bald hinter Schloss und Riegel sitzt. „Es wäre schlimm, wenn der noch woanders sein Unwesen treibt. Die meisten anderen gehen damit wohl nicht so locker um wie ich …“

nba

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