Wertvolle Arbeit

Ein Besuch in der Geschichtswerkstatt: Hundert Prozent Neuhausen

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Vollblut-Neuhauser: Franz Schröther in seinem Geschichtswerkstatt-Büro. 

Neuhausen feiert dieses Jahr seinen 850. Geburtstag. Ein Grund zum Feiern, vor allem für historisch Interessierte. Ein Besuch in der Neuhauser Geschichtswerkstatt.

München - Die Neuhauser kommen dieses Jahr kaum mehr aus dem Feiern heraus. Zumindest die historisch Interessierten. Denn der Stadtteil, der zusammen mit Nymphenburg den neunten Stadtbezirk bildet, wird heuer 850 Jahre alt. Und die Geschichtswerkstatt Neuhausen feiert – immerhin – ihr 25-jähriges Bestehen.

Bei der Geschichtswerkstatt handelt es sich um einen gemeinnützigen, historischen Verein, dessen Mitglieder ehrenamtlich tätig sind. Man könnte auch sagen: eine große Ansammlung von Idealisten, denen Neuhausen, Nymphenburg und Gern sehr am Herzen liegt, die in regelmäßigen Abständen Informationsbroschüren herausgeben, um ihre Mitbürger ständig auf dem Laufenden zu halten. Fast 400 aktive und passive Mitglieder hat der Verein aktuell, dessen Vorstand Franz Schröther ist.

Wie wertvoll die Arbeit der Geschichtswerkstatt Neuhausen ist, zeigt ein Blick ins Internet-Gästebuch. Viele Bürger aus nah und fern melden sich darin zu Wort, um ihrer Freude und Dankbarkeit über schöne Führungen, Vorträge und Ähnliches Ausdruck zu verleihen. „So etwas baut auf und bestärkt uns in unserer Arbeit für die Geschichtswerkstatt Neuhausen“, sagt Schröther lächelnd. Die Geschichtswerkstatt, da macht er keinen Hehl daraus, ist sein Lebensmittelpunkt. „Mich tragen sie einmal mit den Füßen voraus aus diesem Büro“, sagt Franz Schröther und lacht. Man mag es ihm auf Anhieb glauben.

Viertel erleben: Viele Einwohner besuchen die Geschichtswerkstatt

Im vierten Stock des Gebäudes an der Nymphenburger Straße 171 a hat der Verein 50 Quadratmeter. Dort, umgeben von historischen Büchern, Gemälden, Krügen und Plänen aller Art, hat Schröther sein zweites Zuhause gefunden. Das ist keine Übertreibung, denn der ehemalige Postler verbringt hier viele Stunden, wenn es um sein geliebtes Neuhausen geht. Wobei: Genauso leidenschaftlich interessiert sich der 70-Jährige auch für Gern und Nymphenburg.

Viele Einwohner kommen zu den Führungen Schröthers. Dabei unterhält er seine Zuhörer nicht nur mit Informationen über seinen Stadtteil. Schröther redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Im Klartext: Er spricht schönstes Bairisch.

Ein Jahr nach Kriegsende erblickte Franz Schröther das Licht der Welt. Aufgewachsen in der Schlörstraße, besuchte er die Hirschbergschule und die Rudolf-Diesel-Realschule, ehe er im zarten Alter von 17 Jahren seine Berufslaufbahn im Postamt 19 in der Winthirstraße begann. Obwohl ihn die Heirat mit seiner Frau Gertrud nach Thalkirchen verschlug, blieb sein Herz nach wie vor in Neuhausen, Nymphenburg und Gern hängen. „Hier ist mein Lebensmittelpunkt als vollehrenamtlich Beschäftigter“, erklärt der 70-Jährige voller Stolz. Nun, im Ruhestand, bringt es Schröther, so schätzt er, auf 40 bis 50 Wochenstunden für seine geliebte Geschichtswerkstatt Neuhausen.

Johannes Danner

Historisches übrig? Schreiben Sie uns

Wer alte Bilder, Kartenmaterial, Krüge oder andere Raritäten hat, die auch nur im Entferntesten mit Neuhausen zu tun haben, kann sich mit der Geschichtswerkstatt Neuhausen in Verbindung setzen: Nymphenburger Straße 171 a, 80634 München, 089 / 13 99 96 95, geschichtswerkstatt-neuhausen@web.de.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Neuhausen – mein Viertel“.

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