Polizei sucht Zeugen

Erschreckende Details nach Bluttat in Neuhausen: Nach der Tat zog er sich zu Hause um

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Die Polizei sicherte am Freitag den Tatort ab. Unten: Das 25-jähriger Opfer. 

Eine schreckliche Messer-Attacke erschüttert München. Eine junge Frau überlebte die Tat nicht, zwei Menschen wurden schwer verletzt. Nun sucht die Polizei nach zwei Personen und Zeugen.

Update von Dienstag, 19. Juni 2018, 11.53 Uhr: 

Vier Tage nach dem Messer-Mord an Sofia in Neuhausen hat die Polizei sich in einer Pressekonferenz am Dienstag zu den neuesten Erkenntnissen geäußert. Was sich am Freitag abgespielt haben muss, versuchen die Ermittler zu rekonstruieren.

Die beiden Verletzten - die Mutter und der Bruder - sind weiterhin im Krankenhaus und nicht vernehmungsfähig. Der Hund der Familie, der bei dem Angriff ebenfalls verletzt worden ist, ist in einer Tierklinik verstorben. 

Gegen den Tatverdächtigen, ein 19-Jähriger, hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen. Kinder wollen den Tatverdächtigen beobachtet haben, wie er mit einem Bier, einem Energydrink und einem Messer in der Hand vor der Haustüre zum späteren Tatort gewartet hat. 

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte der 19-jährige Tatverdächtige eine Beziehung mit der Schwester (18) der getöteten Sofia (25). Die beiden führten seit drei Jahren eine Beziehung - mal mehr mal weniger glücklich. Die Polizei vernimmt noch Personen aus dem Umfeld um die genauen Verhältnisse herauszufinden. Am Montag wurde der Tatort untersucht. Experten werten derzeit die gefundenen Blutspuren aus.  

Auf der Flucht ist der Verdächtige laut Polizei noch in seiner Wohnung gewesen und hat sich umgezogen, dann machte er sich wieder auf den Weg. Er war noch nicht festgenommen, da wurde bereits der Anwalt der Familie kontaktiert. Vor der Festnahme wurde die Polizei informiert, dass er nichts zu den Vorwürfen sagen würden. Er schweigt noch immer beharrlich. 

Die Polizei startet nun einen Zeugenaufruf an die Bevölkerung, da noch nicht lückenlos geklärt werden konnte, wo sich der 19-Jährige Tatverdächtige am Freitag zwischen 16 Uhr und seiner Festnahme um 20.15 Uhr aufgehalten hat. Er trug einen dunklen Trainigsanzug mit weißen Seitenstreifen und hatte eine blutende Verletzung an der Hand. Der Tatort ist in der Jutastraße, festgenommen wurde er in der Lindwurmstraße. 

Außerdem wurde er bei seiner Festnahme von zwei Männern aus dem Rauschgiftmillieu begleitet, deren Identität nicht geklärt ist. Die Polizei prüft derzeit, ob nach den beiden eine Öffentlichkeitsfahndung mit Foto möglich ist.

Personen, die hierzu sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2010-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 

Update von Montag, 18. Juni 2018, 13.29 Uhr:

Nach dem schrecklichen Messerangriff auf eine Familie in Neuhausen, bei der eine junge Frau (25) starb, sind die Ermittlungen der Polizei in vollem Gange. Zahlreiche Beamte und Gutachter sind nach wie vor im Einsatz, um die Tat aufzuklären. Neue Erkenntnisse im Fall möchte die Polizei München im Laufe des morgigen Tages bekanntgeben.

Als dringend tatverdächtig gilt weiterhin der Münchner Lion K. (19). Es handelt sich wohl um eine Beziehungstat.

Die Freunde und Nachbarn der getöteten Frau trauern um sie.

Update von Samstag, 17. Juni 2018, 15.13 Uhr: 

Eine schreckliche Messer-Attacke erschüttert München am Freitag. Eine junge Frau (25) überlebte die Tat nicht. Im Falle des Messerangriffs in Neuhausen verdichten sich die Anzeichen auf eine Beziehungstat. Polizeisprecher Sven Müller äußert sich zum Ermittlungsstand der Münchner Polizei.

Update von Samstag, 16. Juni 2018, 16.33 Uhr:

Im Falle des Messerangriffs in Neuhausen verdichten sich die Anzeichen auf eine Beziehungstat. Wie ein  Sprecher der Münchner Polizei am Samstagnachmittag mitteilte, scheint der mutmaßliche Täter (19) in der Vergangenheit eine Beziehung mit der Schwester der getöteten 25-Jährigen gehabt zu haben. Das Verhältnis zwischen Opfern und Täter ist aber sehr komplex und muss noch genauer erörtert werden.

Der Tatverdächtige selbst schweigt weiterhin zu den Vorkommnissen, die beiden Schwerverletzten (die 53-jährige Mutter und der 15-jährige Bruder des Todesopfers) konnten aufgrund ihres Gesundheitszustands noch nicht vernommen werden. Der Tatort soll am Montag von Spezialisten noch einmal genauer untersucht werden.

Update von Samstag, 16. Juni 2018, 11.40 Uhr:

Der 19-Jährige, der am Freitag eine junge Frau in München erstochen haben soll, schweigt zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft habe Haftbefehl beantragt, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München am Samstag mit. „Derzeit laufen Ermittlungen und Befragungen bei den Bewohnern und Nachbarn des Mehrfamilienhauses“, sagte der Sprecher. Eine Streife hatte den Verdächtigen nach einer Großfahndung - einige Kilometer vom Tatort im Stadtteil Neuhausen entfernt - in der Lindwurmstraße festgenommen.

Dem Mann, einem Deutschen, wird zur Last gelegt, am Freitag in einer Wohnung auf eine 25-Jährige, deren 53 Jahre alte Mutter und den 15-jährigen Bruder eingestochen zu haben. Die 25-Jährige war am Freitagabend trotz aller Bemühungen der Ärzte im Krankenhaus gestorben. Die weiteren Verletzten sind laut Polizeiangaben vom Samstag in einem ernsten Zustand. Lebensgefahr könne nicht ausgeschlossen werden.

Die Hintergründe zu der Tat waren zunächst unklar. Nach Angaben der Polizei gibt es deutliche Hinweise auf eine Beziehungstat.

Update von Samstag, 16. Juni 2018, 10.00 Uhr:

Die Polizei München hat am Tag nach dem schrecklichen Mord an einer 25-Jährigen in Neuhausen neue Details veröffentlicht. Die beiden Verletzten - die Mutter (53) der Toten und der Bruder (15) befinden sich weiterhin im Krankenhaus. Ihr Zustand ist laut Polizei ernst. 

Gegen den 19-Jährigen Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft nun wegen eines vollendeten und versuchten Tötungsdelikts einen Haftbefehl erhoben. Er flüchtete am Freitag vom Tatort und wurde per Öffentlichkeitsfahndung mit Foto gesucht. Eine zivile Streife entdeckte den jungen Mann gegen 20.15 Uhr in der Lindwurmstraße und nahm ihn fest. 

Der Hund der Familie, der bei der Bluttat ebenfalls verletzt wurde, befindet sich nach Aussage der Polizei noch in tiermedizinischer Behandlung und Betreuung. 

Derzeit ermitteln die Beamten noch den genauen Tathergang. 

Täter wütete furchtbar: Der Messermord in Neuhausen

Neuhausen - Was für eine grauenhaft dunkle Stunde an diesem wunderbar sonnigen Freitagnachmittag! Bei einer Messer-Attacke in Neuhausen ist Sofia S. (25, Name geändert) gestorben. Ihre Mutter (53) und ihr Bruder (15) wurden bei dem Angriff in der Wohnung der Familie verletzt, ebenso wie ihr Hund. 

Alle Opfer hatten mehrere Stichwunden – der Täter wütete furchtbar. Dringend verdächtig ist der Münchner Lion K. (19): Nach ihm fahndete die Polizei sofort nach der Tat. Der Messer-Mörder war nach dem Blutbad geflohen und zunächst von der Bildfläche verschwunden. Noch am Abend gelang den Ermittlern aber die Festnahme.

Die Tat geschah in der Wohnung der Familie an der Jutastraße nahe des Rotkreuzplatzes. Die ersten Notrufe gingen gegen 16 Uhr bei der Polizei ein. Nachbarn berichteten von Schreien: Das ist ungewöhnlich für die Familie mit italienischen Wurzeln, die man als nett und unauffällig kennt. Warum der Täter in der Wohnung im vierten Stock war? Wie er hineingekommen war? Und warum es schließlich zum Schlimmsten kam? All jene Fragen waren zunächst ungeklärt. Die Polizei ging allerdings von einer Beziehungstat aus. Und: Es soll sich nicht um eine spontane Tat gehandelt haben.

Gegen 20.15 Uhr wird der Verdächtige geschnappt

Viel schlimmer als alle Vermutungen war aber das ganz konkrete Bild, das sich den Nachbarn, den Sanitätern und den Polizisten bot. Das Blut in der Wohnung, im Haus und sogar auf der Straße – die Blicke der Anwohner waren fassungslos und leer. Und natürlich: Auch die Angst ging um im Viertel. Die Nachricht von der Bluttat verbreitete sich schnell, ebenso wie die Information, dass dem Messer-Mörder vorläufig die Flucht gelungen war. 

Mit diesem Bild fahndete die Polizei nach Lion K.

Zunächst waren keine genaueren Informationen zu bekommen: weder, auf welche Weise der Täter geflohen war noch in welche Richtung. Die Polizei fahndete sofort und intensiv. Bis auf Hubschrauber setzte sie alle Möglichkeiten ein, um dem Flüchtigen auf die Spur zu kommen, unter anderem auch Mantrailer-Hunde. Gegen 20.15 Uhr erkannten ihn Polizisten schließlich an der Lindwurmstraße und nahmen ihn fest.

Derweil wurde es am Ort des Grauens langsam ruhiger. Und die Dunkelheit senkte sich über Neuhausen …

Stefanie Wegele, Vanessa Fonth

Video: Glomex

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