Mitarbeiter fürchten um Sicherheit

Übler Farbanschlag auf GBW-Zentrale

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In der Nacht zum Freitag haben unbekannte Täter den Eingangsbereich der GBW-Zentrale an der Dom-Pedro-Straße mit blutroten Farbbeuteln beworfen.

München - In der Nacht zum Freitag haben unbekannte Täter den Eingangsbereich der GBW-Zentrale an der Dom-Pedro-Straße mit blutroten Farbbeuteln beworfen. Die Wände sind völlig verschmiert.

Der Bürgersteig, die Treppenstufen, die gläserne Tür, die Wand, die Fenster und das GBW-Logo: Alles ist rot, blutrot! Das Wohnungsunternehmen GBW wurde in der Nacht auf Freitag Opfer eines Farbanschlags. Die Zentrale in der Dom-Pedro-Straße 19 ist übersät von Spritzern. An den Scheiben rinnt die rote Farbe wie Blut herunter. Wer hinter der Sprüh-Attacke steckt, ist unbekannt.

Ein Passant bemerkte das Chaos gegen 3 Uhr morgens und rief die Polizei. Der Farbanschlag könnte auch von mehreren Täter verübt worden sein, denn die besprühte Fläche misst rund 20 mal fünf Meter. Die GBW ist nach dem Angriff auf ihre Zentrale alarmiert: „Mit diesem gewalttätigen Vorfall werden Grenzen überschritten. Wir müssen um die Sicherheit unserer Mitarbeiter fürchten“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung Claus Lehner.

Der Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich. Die GBW hat Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Sie glaubt wohl an einen Zusammenhang mit dem Streit um die Sozial-Charta. „Die GBW-Gruppe hält sich an der Ausübung ihres operativen Geschäfts an Recht und Gesetz. Zudem wurde die Sozial-Charta nicht nur zu 100 Prozent eingehalten, sondern auch die dort genannten Spielräume bei weitem nicht ausgeschöpft“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Seit ein Konsortium um die Immobiliengesellschaft Patrizia die Wohnungen vor einem Jahr von der BayernLB gekauft hat, bekommen die Bewohner regelmäßig schlechte Nachrichten: Mieterhöhungen, Kaufangebote für die eigene Wohnung, Sanierungen. Erst vergangene Woche beschloss die Stadt den Kauf von zwölf Wohnungen in der Maxvorstadt, um die Mieter vor Immobilien-Haien zu schützen (tz berichtete).

Diesen Samstag rufen Mieterschützer zu einer Demo gegen die GBW auf (siehe unten). Ob der Farbanschlag mit der Veranstaltung in Verbindung steht, ist ebenfalls unklar. Ein Bekennerschreiben tauchte bisher nicht auf. An der Eingangstür der GBW-Zentrale hängt lediglich ein Ausdruck mit den Worten „Vorsicht Frech gestrichen“.

Beate Winterer

Mieter-Demo gegen Wohnungsverkaufe

Jetzt reicht’s den Mietern! Am heutigen Samstag ruft die Aktionsgruppe Untergiesing e.V. mit anderen Mieterbündnissen zur Demo gegen die GBW auf. Unter dem Motto „Keine Profite mit unserer Miete“ ziehen die Demonstraten ab 14 Uhr vom Löwenbräukeller (Stiglmaierplatz) über die CSU-Landeszentrale (Nymphenburger Straße) zur GBW-Zentrale. Sie fordern unter anderem, den Weiterverkauf der GBW-Wohnungen zu stoppen und eine Rückabwicklung des Verkaufs der Wohnungen an die Patrizia

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