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Im Marstallmuseum

Frisch restauriert: Die Cabrios des Märchenkönigs

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Wer hiermit fuhr, wollte gesehen werden: Der Prunkschlitten „Diana“. 

Das Marstall-Museum in Schloss Nymphenburg zeigt fünf restaurierte Prunkschlitten. 

München - Sie waren das, was heute schnittige Cabrios sind: Luxusfahrzeuge, in denen man sich zeigt. Auf Prunkschlitten fuhren schon Kurfürst Max Emanuel und Märchenkönig Ludwig II. durch die Stadt – besonders gerne im Karneval. Fünf der bis zu 300 Jahre alten Schlitten sind jetzt im Marstall-Museum von Schloss Nymphenburg zu bewundern, und sie sehen aus, als kämen sie frisch aus der Manufaktur: Für 50.000 Euro sind Herkules, Diana, Jupiter und Amor, benannt nach den Figuren auf den Schlittenkästen, restauriert worden. Die gleiche Summe steckte der Freistaat in den Ausstellungsraum.

Die Schlitten stehen auf leuchtenden Acrylglasflächen. Ein wenig scheint es, als glitten sie über funkelndes Eis. Spiegel an den Wänden erlauben es den Besuchern, die kostbaren Stücke von allen Seiten zu betrachten. Die Deckenbeleuchtung, ganz neu in LED-Technik ausgeführt, setzt die Pracht ins richtige Licht. Ebenso die LED-Beleuchtung und die Informationstexte für Besucher wurden erneuert.

500 bis 600 Arbeitsstunden haben Restaurator Heinrich Piening und seine Kollegen in jedes der Exponate investiert. „In jedem Schlitten steckt viel Know-how des Schlittenbauers“, sagt Piening. Materialien, die heute nicht mehr üblich sind, hätten die Arbeit zu einer „spannenden Sache“ gemacht.

Mit mehr als 40 Fahrzeugen ist die Sammlung des Marstallmuseums eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Art weltweit. Alle Kutschen, Schlitten und das Zubehör gehören dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. „Die Textilien stellen einen ganz wichtigen Punkt unserer Sammlung dar“, erzählt Friederike Ulrichs von der Schlösserverwaltung. Eine prächtige barocke Schellendecke ergänzt die Szenerie. Sie besteht aus rotem Seidensamt und ist mit mehr als 400 vergoldeten Glöckchen bestückt. Ein Theater-Bildhauer fertigte eigens ein Modellpferd an, das diese Decke trägt. Lautsprecher füllen den Raum mit Schellengeläut.

Neben den vier großen Schlitten steht eine Mini-Ausgabe: Ein Kinderschlitten, der auch im Schloss benutzt wurde. „Da hat man dann eben ein Schaf vorgespannt“, berichtet Ulrichs’ Kollegin Gudrun Szczepanek. Die jungen Prinzen und Prinzessinnen sollten schon in jungen Jahren lernen, wie man mit so einem Gefährt umgeht. Dem Gentleman von damals verlangte das einiges ab: „Die Dame saß immer im Schlittenkasten, während der Kavalier hinten auf der Pritsche stand und die Zügel in der Hand hatte“, erklärt Szczepanek. 

Das Marstallmuseum ist täglich geöffnet. Bis März von 10 bis 16 Uhr, ab April von 9 bis 18 Uhr.

Lara Terrasi

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