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Grüne Dämmerung in Neuhausen

Brachfläche soll sich in blühende Landschaften verwandeln

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Aus Paletten selbst gebaut haben Almut Schenk (li.) und Vanessa Blind die Hochbeete in ihrem kleinen Paradies. Denn der Boden ist zu hart. 

In der Nähe des Leonrodplatzes lagen bis vor Kurzem noch über 3000 Quadratmeter Fläche brach. Nun verwandelt sich das Areal in ein grünes Paradies.

München - Auf der Brachfläche an der Schwere-Reiter-Straße vermutet man allenfalls ein Paradies für Unkrautsammler, aber nichts Grünes, das verwend- oder gar essbar ist. Die Überraschung, die Besucher hier erwartet, heißt „o’pflanzt is!“. Aber wer hat hier gepflanzt? Sie heißt Vanessa. Im Februar 2011 habe sie den Film „Gründämmerung“ über Gartenprojekte in Berlin gesehen. „Es war genau das, was ich auch wollte“, sagt die Sozialpädagogin. „Ich habe einfach angefangen.“

Sie bekam den Tipp von dem brachliegenden 3300 Quadratmeter großen Grundstück nahe des Leonrodplatzes in Neuhausen, das dem Freistaat gehört. Überraschend schnell erhielt sie die Zusage für eine Nutzungsvereinbarung. Der Haken: Die Kündigungsfrist beträgt nur drei Monate. Das stört die Menschen nicht, die seither zu dem Gemeinschaftsgarten kommen, in den „Abenteuerspielplatz für Erwachsene“, wie Vanessa Blind mit einem Grinsen sagt.

Inzwischen sind rund 30 Beete entstanden. „Das ist hier die typische Münchner Schotterebene“, sagt Almut Schenk. Sie ist kurz nach der Gründung ins Projekt eingestiegen und inzwischen im Vorstand des Vereins mit rund 50 Mitgliedern. Es ist eine gärtnerische Herausforderung, diesem Boden etwas abzuringen. Darum wird mit Hochbeeten und anderen Pflanzbehältern gegärtnert, denn Humus gibt es keinen. Nur was sie selbst heranschaffen oder was zu Kompost geworden ist, taugt hier für den Anbau von Gemüse, Kräutern und Blumen. Selbst das Wasser zum Gießen wird per Schlauch herangepumpt. „Es sind extrem schwierige Verhältnisse“, sagt Almut Schenk. 

Rund 40 Sorten Tomaten wachsen hier inzwischen, Kräuter, Blumen. An sogenannten samstäglichen Gartentagen wird geerntet und jeder, der mitarbeitet, kann sich bedienen. „Zum Sattwerden reicht es nicht“, sagt Almut Schenk, „aber es schmeckt viel besser als gekauftes Gemüse.“ Das lernt auch der Nachwuchs in der Kindergruppe „Junges Stadtgemüse“. Immer sonntags kommen die Zwei- bis Zwölfjährigen. „Am Anfang hat manches Kind Angst, sich schmutzig zu machen“, erzählt Nachhaltigkeitspädagogin Kati, die dieses Programm leitet. Aber das lege sich ganz schnell. So gut wie das angebaute Grünzeug wächst inzwischen auch der Verein und die Bekanntheit von o’pflanzt is. Und die ganze Verwaltung wächst dem Vorstand fast schon über den Kopf. „Wir sind total selbstverwaltet.“ Das heißt, dass sich der Vorstand auch um Steuern, Behördenbriefe, Finanzen sowie Kursangebote und Führungen kümmern muss und die Anfragen interessierter Gartenfreunde beantworte. Es wächst also eine ganze Menge auf der Brachfläche an der Schwere-Reiter-Straße. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Neuhausen – mein Viertel“.

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