100.000 Münchner wären betroffen

Bürgerbüro soll schließen - heftige Kritik an Plänen

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Vor der Schließung: In der Leonrodstraße steht eines von fünf Bürgerbüros in München.

Das Bürgerbüro in der Leonrodstraße steht vor der Schließung. Das ruft Kritik hervor. Ein Vorschlag für ein neues Quartier wurde aber bereits abgelehnt.

München - Das Bürgerbüro an der Leonrodstraße soll nach dem Willen der Stadtverwaltung ersatzlos geschlossen werden. Der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg lehnt dieses Vorhaben entrüstet ab. Das Gremium fordert den Stadtrat in einem Schreiben dazu auf, das Standortkonzept des Kreisverwaltungsreferats (KVR) abzulehnen und stattdessen neue Standorte rund um den Rotkreuzplatz sowie entlang der Bahnstraße bis zur Friedenheimer Brücke zu prüfen.

Nie wieder lange warten am KVR? Stadt plant Änderung

Es könne nicht sein, dass die rund 100.000 Einwohner des zweitgrößten Stadtbezirkes ihr Bürgerbüro verlieren und stattdessen nach Schwabing oder Moosach fahren sollen, heißt es in dem Schreiben an das KVR und den Stadtrat. Auch an die rund 22.000 Senioren, die im Bezirk wohnen, müsse gedacht werden. „Die Stadt München sagt, sie möchte bürgerfreundlicher werden. Erreicht man das, indem man Bürgerbüros abbaut?“, fragte SPD-Fraktionschef Otmar Petz in der jüngsten BA-Sitzung.

Kritisiert die Schließungspläne der Stadt: SPD-Fraktionschef Otmar Petz erwartet mehr Bürgerfreundlichkeit.

Bürgerbüro im Kreativquartier an der Dachauer Straße abgelehnt

Dort ist man sich einig, dass insgesamt vier Bürgerbüros für eine Stadt wie München nicht ausreichen können. Der Vorschlag des BA Neuhausen-Nymphenburg, ein neues Bürgerbüro im Kreativquartier an der Dachauer Straße zu errichten, wurde von der Verwaltung abgelehnt. An diesem Standort sei die Verkehrsanbindung durch fehlende U- oder S-Bahnanschlüsse nicht gut genug, zudem seien auf dem Gelände schon Büroeinheiten geplant, weshalb für ein Bürgerbüro kein Platz mehr sei. Diese Argumente können die BA-Mitglieder nicht nachvollziehen. Sie fordern, dass die Planungen in dem gerade entstehenden Kreativquartier entsprechend angepasst werden und bezeichnen die vorhandenen Tram- und Buslinien, „die tagsüber in kurzen Zeitabständen“ und „aus allen Himmelsrichtungen“ kommen als ausreichend.

Das neue Standortkonzept des KVR sieht vor, kleinere Bürgerbüros zu schließen und dafür die größeren aufzuwerten. Zusätzlich soll eine neue Anlaufstelle am Scheidplatz die Büros an der Riesenfeld- und Leonrodstraße sowie an der Forstenrieder Allee ersetzen. Das neue Bürgerbüro am Scheidplatz soll frühestens Ende 2018 eröffnen, bis dahin soll der Standort Leonrodstraße erhalten bleiben.

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Johanna Sagmeister

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