Wie im Canal Grande von Venedig

Gondel-Saison im Nymphenburger Schlossgarten startet

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Romantisch: Die venezianische Gondel vor dem Schloss.

München - Ab Samstag können die Verliebten, Verlobten, Verheirateten und all die, die venezianischen Flair in München erleben wollen. Die Gondel-Saison startet in Nymphenburg.

Eros ist elf Meter lang, 1,40 Meter breit und fast 700 Kilo schwer. Wie’s sich bei diesem Namen gehört, ist Eros mit Rosen geschmückt. Ab Samstag wird Eros die Verliebten, Verlobten, Verheirateten und all die, die venezianischen Flair in München erleben wollen, über den Mittelkanal vom Nymphenburger Schloss gondeln.

Bei der 350 Jahrfeier im vergangene Jahr gab’s für einen Tag eine Gondel im Nymphenburger Schlossgarten. „Es regnete, es war eiskalt und die 180 Karten für die Gondelfahrten waren nach einer halben Stunde ausverkauft“, sagt Heimatminister Markus Söder, der am Dienstag bei der Jungfernfahrt an Bord war. Die Saison geht bis zum 15. Oktober.

Schlösser-Chef Markus Söder macht ein Selfie bei der Jungfernfahrt.

Segelweltmeister Gregor Bornemann (55) hat Eros vor vier Jahren für 60.000 Euro in Venedig gekauft und dort auch restaurieren lassen. Bornemann ist einer von vier Nymphenburger Gondolieri. Seit sechs Jahren fährt er regelmäßig in Venedig Gondel. Auch seinen Sohn Maximilian (17) hat er mit seiner Begeisterung angesteckt. „Er darf nur begleitet Autofahren, aber seit zwei Jahren allein Gondel fahren“, sagt Papa Bornemann. Die Schwierigkeit liegt ohnehin darin, geradeaus zu lenken, weil man immer gegensteuern muss. Zudem ist die Gondel wind- und strömungsempfindlich. Weil sie sich konzentrieren müssen, singen die Gondolieri nicht – und das weder in Venedig noch in München.

Eine Fahrt für 15 Euro

Die venezianische Gondel fährt bei schönem Wetter täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Mittelkanal im Nymphenburger Schlossgarten. Eine halbstündige Fahrt den Kanal rauf und runter kostet 15 Euro, Kinder unter 7 Jahren fahren kostenlos. Wer die ganze Gondel mieten möchte, zahlt zwischen 60 und 80 Euro. Reservierung und aktuelle Infos, ob die Gondel fährt, gibt’s bei den Gondolieri unter Telefon 0175/6000 468.

Der Traum von Venedig

Kurfürst Max Emanuel (1662 – 1726) träumte vor 350 Jahren davon, seine Schlösser Nymphenburg, Schleißheim und Dachau über ein Kanalsystem mit der Münchner Residenz zu verbinden. 1702 ließ sich der „Blaue Kurfürst“ in einem prunkvollen Boot im Stil der venezianischen Gondeln von Schleißheim auf dem eigens gegrabenen Verbindungskanal erstmals nach Dachau fahren und ausgiebig vom Volk bewundern. Rund 50 Kilometer Kanal ließ er ausbauen. Hier zeigte er sich mit seinen prächtigen Prunk- und Lustschiffen – eine eindrucksvolle Machtdemonstration.

Jasmin Menrad

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