Klagen mehren sich

Grill-Ärger im Hirschgarten

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Der Hirschgarten ist an lauen Sommerabenden rappelvoll – es wird gegrölt und gegrillt. Allerdings beschweren sich jetzt immer mehr Anwohner und rufen die Polizei.

München - Ärger im Hirschgarten: Immer mehr Anwohner klagen über Rauch und Lärm, für den Griller abends und am Wochenende verantwortlich sind.

Das Leben könnte so schön sein im Hirschgarten: Seit Jahrzehnten brutzeln die Neuhauser auf der Grillwiese im Südosten des Hirschgartens ihre Würstl und Steaks, die Sommernächte werden dort gerne zu einer fröhlichen Runde genutzt. Das störte auch jahrzehntelang niemand, weil sich in der Nachbarschaft nur ein Gewerbegebiet und die Gleise der Deutschen Bahn befanden. Doch seitdem dort rund um den Birketweg ein neues Wohngebiet entstand, ist es mit dem Frieden im Süden Neuhausens vorbei. Die neue Nachbarschaft stört sich an dem Treiben im Hirschgarten.

„Seit das Neubaugebiet bezogen wurde, mehren sich die Klagen über den Rauch und die Lärmbelästigung aus dem Hirschgarten“, berichtet Manfred Reichel (CSU), im Neuhauser Bezirksausschuss zuständig für Umweltfragen. Bei den Neuhauser Grünen wird bereits der Ruf nach mehr Polizei laut. Auch weil viele Jugendliche nachts am Parkplatz im Süden des Hirschgartens Krach machten. Die Ordnungshüter können bestätigen, dass sich die Beschwerden aus dem Neubaugebiet häufen: „Vor allem in den Abendstunden gibt es Anrufe, insbesondere aus den Neubaugebieten südlich des Hirschgartens wegen Grillschwaden und Lärm“, berichtet Ludwig Schmid, Vize-Chef der Neuhauser Polizeiinspektion 42. Streifen versuchen, die Feier-Runden zur Ruhe zu bewegen. Angesichts der Bauentwicklung an dieser Stelle sagt Schmid über die Beschwerden: „Das war vorauszusehen.“

Bis zu 1,4 Millionen Euro investierten die Immobilienkäufer in dem Neubaugebiet am Hirschgarten für eine 300-Quadratmeter-Penthouse-Wohnung. Eine 50-Quadratmeter-Wohnung kostet im Parterre dort immer noch 200 000 Euro. Dabei liegen die teils sehr exklusiven neuen Wohngebäude nur 50 Meter Luftlinie von der Zone entfernt, wo das Grillen ausdrücklich erlaubt ist.

„Der Hirschgarten ist eine der am intensivsten genutzten Naherholungsflächen im Stadtgebiet“, heißt es dazu im Baureferat der Stadt. Hätte man dann einen Steinwurf entfernt Wohnungen genehmigen dürfen? Ein Planungsfehler liegt laut Verwaltung nicht vor: „Bei der Umweltprüfung für den neuen Bebauungsplan wurden die möglichen Emissionen aus der Grillzone berücksichtigt. Die Grenzwerte werden eingehalten“, so Katja Strohäker, Sprecherin des Planungsreferats. Allerdings räumt sie ein: „Das heißt nicht, dass es in Spitzenzeiten nicht zu erhöhter Belastung kommen kann.“

J. Welte

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