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Drei Röhren geplant

Grüne fordern Abschied von Tunnel-Plänen

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Stau auf der Donnersbergerbrücke: Einen Tunnel an der Landshuter Alle lehnen die Grünen dennoch ab - und nicht nur dort. 

Die Grünen wollen die Münchner Tunnel-Projekte begraben. In einem Antrag fordert die Fraktion, die Stadt solle auf die Investitionen an der Landshuter Allee, der Tegernseer Landstraße und der Schleißheimer Straße verzichten.

München - Die Rathaus-Grünen halten einen Verzicht auf die drei geplanten Röhren für folgerichtig, da der Stadtrat jüngst die Verkehrswende beschloss. Damit ließe sich mehr als eine Milliarde Euro sparen, die stattdessen in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs investiert werden könnte. 

Diese Forderung ist nicht neu, die Grünen verspüren jedoch wieder Rückenwind. Grund dafür sind die jüngsten Signale aus dem Rathaus. Der Stadtrat hatte mehrheitlich beschlossen, eine Verkehrswende hin zum öffentlichen Nahverkehr einzuleiten. Und bei einem Treffen zwischen Stadtverwaltung, BMW und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat es den Grünen zufolge ein eindeutiges Bekenntnis der Teilnehmer gegeben, dass sich die Mobilität in München ändern müsse. Das soll spätestens 2035 der Fall sein.

Paul Bickelbacher, verkehrspolitischer Sprecher der Rathaus-Grünen.

Andere Mobilität statt Tunnel

Ziel ist demnach, München bis dahin zur europäischen Modellregion für Elektromobilität, Autoteilen und autonomes Fahren zu entwickeln. Grünen-Verkehrsexperte Paul Bickelbacher: „Wenn all diese Beschlüsse und Ankündigungen ernst gemeint sind, dann sind die Planungen an weiteren Autotunneln reine Geld- und Zeitverschwendung und Vergeudung wertvoller Planungsressourcen der Stadtverwaltung.“ Alle drei Projekte würden frühestens 2027 realisiert. Zu einem Zeitpunkt mithin, wenn der Verkehr in München neu organisiert werden soll und die Tunnel obsolet sein könnten. „Die Weichen müssen jetzt gestellt werden“, fordert Bickelbacher.

Ablehnung aller drei Röhren

Dass die Grünen keine Freunde des Tunnels an der Landshuter Allee sind, ist hinlänglich bekannt. Die Baukosten für die neue Röhre zwischen Donnersbergerbrücke und Dachauer Straße werden auf 537 Millionen Euro geschätzt. Der Stadtrat hatte diesem Projekt im November 2015 mit eindeutigem Votum Priorität eingeräumt. Gestoppt werden sollen laut Grünen-Fraktion aber auch die Pläne für die Tunnel an der Tegernseer Landstraße und der Schleißheimer Straße. Bei diesen beiden rechnet Bickelbacher ohnehin mit einem langwierigen Gerichtsverfahren. Den ersten Ideen nach soll die Schleißheimer Straße im Norden bis zur Autobahn verlängert werden – unterirdisch. Dazu müsste ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet aufgebaggert werden.

Lesen Sie auch: Landshuter Allee oder Englischer Garten - welcher Tunnel ist dringender? 

Geld lieber anderweitig investieren

Laut Bickelbacher könne sich die Stadt mit dem Tunnel-Stopp annähernd 1,3 Milliarden Euro sparen. Das Geld wiederum soll nach dem Wunsch der Grünen zu 80 Prozent in den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, des Rad- und Fußverkehrs sowie zu 20 Prozent für die Zukunftsthemen autonomes Fahren, Sharing Mobility und Elektromobilität bis 2030 zur Verfügung gestellt werden. 

Lesen Sie auch: 49 Stunden Stillstand: München ist deutsche Stau-Hauptstadt   

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