tz-Serie: Münchens spannende Häuser

Hier lebte ein NS-Widerständler Tür an Tür mit den Nazis

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Schloss Nymphenburg: Oben wohnte Weiß.

Kurz nach der Machtergreifung der Nazis beanspruchten die Schergen des Regimes auch Teile von Schloss Nymphenburg für sich. Direkt darüber wohnte ein Widerständler.

München - Im Jahr 1934 schnappten sich die Nazis ein Münchner Filetstück: Schloss Nymphenburg. Sie zogen in die ehemalige Großküche des Königs ein, um Versammlungen abzuhalten. Was sie nicht wussten: Nur ein Stockwerk trennte sie von einer Widerstandsgruppe. Über ihnen befand sich die Wohnung von Heinrich Weiß, dem Gärtner des Schlossparks. Er konnte sich nicht vorstellen, dass seine geliebten weiß-blauen Rauten vom Hakenkreuz ersetzt werden sollten und wollte sein Bayern wieder vom König regiert sehen. So gründete er die Widerstandsgruppe „Harnier-Kreis“, die Flugzettel entwarf und Widerstandsaktionen plante. 

Ein Mordanschlag kam für die Moralisten aber nicht in Frage. Sie wollten Hitler mit Stinkbomben bewerfen, um ihn lächerlich zu machen. Die Gestapo kam ihnen zuvor und verhaftete die meisten Mitglieder. Heinrich Weiß blieb verschont. Denn der Gärtner liebte die Frauen ebenso sehr wie seine Heimat: Wegen seiner Frauengeschichten und einem außerehelichen Kind musste er zuvor aus der konservativen Gruppe austreten.

Aktivist Heinrich Weiß lebte direkt über den Nazis.

Lesen Sie auch unsere weiteren Folgen der Serie über spannende Häuser in München:

Königliches Liebesdrama in Hanfstaengls Atelier

Hier war die Wiege des Widerstandes gegen Hitler

Hier plante die RAF einen Anschlag auf Franz Josef Strauß und wo Hitler wohnte

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