Dieses Areal führte zum Bürgerentscheid

Hochhaus-Zwerge statt Glitzer-Türme

Einst waren hier fünf Wolkenkratzer geplant: Am Hirschgarten sollen auf diesem Grundstück Wohntürme entstehen. Ob dort Miet- oder Eigentumswohnungen entstehen und was diese kosten werden, steht noch nicht fest.

München - Am Hirschgarten wird gebaut, aber wegen des Bürgerentscheids von 2004 nicht höher als 100 Meter. Wir erklären Ihnen, welche Projekte jetzt noch finalisiert werden.

Viele Münchner erinnern sich noch: Neun Jahre ist es her, dass sie sich in einem Bürgerentscheid gegen den Bau von Hochhäusern ausgesprochen haben, die höher als die 100 Meter hohen Türme der Frauenkirche sind.

Auf diesem Grundstück wird gebaut

Ein Stein des Anstoßes waren die Pläne der damaligen städtischen Planungschefin Christiane Thalgott, am Hirschgarten fünf zwischen 80 und 120 Meter hohe Hochhäuser zu errichten. Nach der Abstimmung wurden diese Pläne eingestampft. Es wurde ein neues Konzept entwickelt, das nun 13 Häuserblöcke mit maximal 60 Metern Höhe vorsieht. Westlich der Wilhelm-Hale-Straße wurden davon schon fünf Wohnblöcke errichtet, weitere zwei Türme sind mit dem Hirschgarten-Center in Bau. Hier sollen Büros, ein Hotel und Verkaufsflächen entstehen.

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

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Auf dem letzten verbleibenden Baugrundstück westlich der Wilhelm-Hale-Straße in München plant die Stuttgarter LBBW Immobilien Capital GmbH nun zwei 53 Meter hohe Wohntürme. Auf 15 Geschossen sollen etwa 260 Wohnungen errichtet werden. Nachdem es erst Pläne glatter Fassaden gab, entwickelte das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner eine Variante mit dreidimensionalen Fenstererkern vor, „die die Fassaden der beiden Türme auflockern und als dynamische Gestaltungselemente dienen“, so die LBBW Immobilien gestern in einer Pressmitteilung.

Die Stadtgestaltungskommission fand vorige Woche Gefallen an den Knick-Fassaden. Der Baubeginn ist für kommenden Sommer geplant, zwei Jahre später sollen die beiden Wohnhochhäuser fertiggestellt sein.

Richtfest für zwei Energiespar-Häuser

Richtfest am Piusplatz! 32 Familien dürfen sich darauf freuen, bis zum kommenden Frühjahr in Berg am Laim in Wohnungen einzuziehen, die sehr wenig Energie verbrauchen und somit das Klima schonen. Die städtische Wohnungstochter Gewofag errichtet hier zwei Häuser mit 16 Wohnungen im Passivhausstandard.

Knapp 11 Millionen Euro investiert die Gewofag in das Wohnprojekt, das zu 70 Prozent frei finanziert wird, 30 Prozent werden im Rahmen des städtischen Wohnbauförderprogramms München Modell Miete errichtet.

Schon Anfang dieses Jahres waren zwei Passivhäuser auf der Südseite des Platzes hochgezogen worden. Die Neubauten ergänzen den Wohnungsbestand am Piusplatz, der aus den 30er-Jahren stammt.

Passivhäuser sind im Geschosswohnungsbau bislang die Ausnahme. Sie werden derzeit fast ausschließlich als Einfamilienhäuser errichtet.

Die neuen Bewohner am Piusplatz sparen dank kompakter Bauweise, guter Dämmung und Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung laut Gewofag bis zu 60 Prozent der Heizkosten.

Die nach Süden geöffneten Fassaden sorgen außerdem für optimales Licht und den Einfall wärmender Sonnenstrahlen. Auch die Abwärme der Bewohner sowie der elektrischen Geräte wird zum Heizen der Wohnung verwendet.

Johannes Welte

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