Offenbar kein Einzelfall

Kita-Platz verzweifelt gesucht: Junge Familie erlebt traurige Odysee - „da ging es zu wie am Stachus“

Verzweifeln langsam: Alexander und Simone Schmitt aus Neuhausen benötigen ab September einen Krippenplatz für ihre kleine Tochter Emma (1) – noch haben sie keine Zusage
+
Verzweifeln langsam: Alexander und Simone Schmitt aus Neuhausen benötigen ab September einen Krippenplatz für ihre kleine Tochter Emma (1) – noch haben sie keine Zusage.

Die leidige Suche nach einem Betreuungsplatz: Viele Eltern haben noch keine Zusage für das kommende Kita-Jahr. Vor allem Krippenplätze für die Kleinsten sind in München offenbar Mangelware.

  • Viele Eltern in München haben für den Nachwuchs ab September noch keinen Kita-Platz.
  • Mancherorts beginnt das Zittern - Hat sich die Lage im Vergleich zu früher gebessert? 
  • Wie ist die Erfolgsaussicht im Kita-Finder? So erläutert die Stadt die derzeitige Situation.
  • News und Infos rund um München finden Sie immer aktuell in unserem tz-München-Ressort und in unserer App.

München - Und wieder eine Absage: Alexander (35) und Simone Schmitt (33) aus Neuhausen haben die Hoffnung langsam aufgegeben. Im September soll Tochter Emma (1) in die Krippe gehen – seit einem halben Jahr suchen ihre Eltern vergeblich einen Platz. „Wir haben uns bei 30 Einrichtungen beworben – ohne Erfolg“, sagt der Bauingenieur.

Kinderbetreuung in München: Das sagt die Statistik über Krippenplätze

Die Schmitts sind kein Einzelfall: Viele Eltern verzweifeln gerade wieder bei der Suche nach einem Kitaplatz – ob Krippe, Hort oder Kindergarten. Gerade für die Kleinsten gibt es zu wenig Betreuungsplätze. Nur 47 Prozent der Kinder bis drei Jahren sind in München mit einem Krippenplatz versorgt. Damit hat sich der Versorgungsgrad im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas verbessert (September 2019: 46 Prozent), es reicht aber immer noch nicht. Bei den Kindergartenkindern sieht die Lage besser aus: Der Versorgungsgrad für die Drei- bis Sechsjährigen liegt wie im Vorjahr bei 93 Prozent.

Für das im September startende Kita-Jahr gab es laut Bildungsreferat bereits rund 26.300 Zusagen. Wie die Schmitts sind aber viele Familien bislang leer ausgegangen.

In München werden die Kita-Plätze über das Online-Portal Kita-Finder organisiert. Für das im September startende Kita-Jahr gab es laut Bildungsreferat zwar bereits rund 26.300 Zusagen. Wie die Schmitts sind aber viele Familien bislang leer ausgegangen – wie viele kann nicht beziffert werden. Immerhin: Laut Stadt hat die Corona-Pandemie die Platzvergabe nicht negativ beeinflusst.

Kitaplatz-Vergabe in München: Berufliche Planungssicherheit oft nicht möglich

Auch Familie Schmitt ist beim Kita-Finder angemeldet, hat etliche private Krippen angeschrieben und (noch vor Corona) Tage der offenen Tür besucht. „Keine Chance – da ging es zu wie am Stachus“, sagt Schmitt, der gerade in Elternzeit ist. Auch auf einem Suchportal hat die Familie annonciert: „Daraufhin wurden wir sogar von einer Einrichtung kontaktiert, aber dann haben sie doch ein anderes Kind genommen.“ Die Suche zerrt an den Nerven. Schmitt: „Mit Beruf und Kind braucht man doch eigentlich Planungssicherheit.“ Im September benötigt das Paar dringend Betreuung für Emma, da dann beide Elternteile wieder arbeiten.

Die Stadt betont, dass die Platzvergabe über den Kita-Finder ein Prozess ist, also auch weiterhin noch Zusagen erteilt werden. Die Wartelisten werden ständig bereinigt – es komme etwa vor, dass Eltern außerhalb des Kita-Finders bereits eine Zusage bekommen haben, aber noch als suchend geführt werden. Wenn Familie Schmitt nicht bald eine Platzzusage erhält, muss Ehefrau Simone Schmitt, die als Berufsschullehrerin arbeitet, ihre Stunden reduzieren. „Den Rest müssen wir dann irgendwie mit den Omas überbrücken“, sagt Alexander Schmitt. „Die sind zwar noch berufstätig, aber zum Glück in der Nähe – sonst könnte meine Frau gar nicht arbeiten.“

Corona: Kitas vor der Öffnung - So soll der Normalbetrieb laufen

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Baustellen-Pendler-Chaos an Münchner Freiheit: Wann hört das Drama endlich auf? Das ist der Zeitplan
Baustellen-Pendler-Chaos an Münchner Freiheit: Wann hört das Drama endlich auf? Das ist der Zeitplan
Mehr Stammstreckensperrungen an Wochenenden: S-Bahn-Chaos vorprogrammiert - Stachus wird blau
Mehr Stammstreckensperrungen an Wochenenden: S-Bahn-Chaos vorprogrammiert - Stachus wird blau
Unbekannter zieht Münchnerin in ein Maisfeld und vergewaltigt sie - Polizei schnappt ihn mitten in der Nacht
Unbekannter zieht Münchnerin in ein Maisfeld und vergewaltigt sie - Polizei schnappt ihn mitten in der Nacht
Oben ohne in der Tram: Warum Eisbachschwimmer in Corona-Krise gegen diese drei Regeln verstoßen
Oben ohne in der Tram: Warum Eisbachschwimmer in Corona-Krise gegen diese drei Regeln verstoßen

Kommentare