Bürgerinitiative macht Zugeständnisse

Landshuter Allee: Tunnel soll günstiger werden

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149.000 Autos befahren pro Tag die Landshuter Allee.

München - 2015 soll der Tunnel am Luise-Kiesselbach-Platz eröffnet werden – und die Nachbarn an der Landshuter Allee setzen alles daran, dass der Münchner Röhrenbau danach bei ihnen weitergeht.

Darum macht die „Bürgerinitiative Pro Tunnel“ jetzt große Zugeständnisse: Die Röhre soll schlanker und viel günstiger werden!

Seit Jahren fordern die Neuhauser am Mittleren Ring mehr Ruhe und Schutz vor Abgasen. „Wir bieten Kompromisse an“, sagt Michael Lotterschmid, Sprecher der Initiative mit 750 Unterstützern. Nun können sich die Nachbarn sogar neue Wohnungen auf der Röhre vorstellen, wie sie die Projektentwickler Rossius vorschlagen (tz berichtete). Das würde die Röhre weiter verbilligen.

Her mit dem Tunnel: Die Bürgerinitiative will keine Einfädelungen in die Röhre – das soll die Kosten halbieren!

Ein schlauer Schachzug: Im Rathaus werden mehrere Tunnel-Projekte diskutiert – Tegernseer Landstraße, Englischer Garten, Schleißheimer Straße bis zur A 99. Beschlossen ist der Bahn-Tunnel in Johanneskirchen. Jede Röhre kostet leicht eine halbe Milliarde Euro – und sie können nicht gleichzeitig gegraben werden. Noch heuer soll der Stadtrat eine Rangfolge diskutieren. „Wir stehen in Konkurrenz“, sagt Sprecher Lotterschmid. Und mit ihren Sparvorschlägen überrunden die Neuhauser glatt die Mitbewerber – vor allem die Giesinger!

Bis zu 1100 günstige Wohnungen könnten auf der Röhre entstehen.

Denn sie specken den Entwurf des Planungsreferats ordentlich ab: Die 1450-Meter-Röhre soll durchgehend zweispurig entstehen und keine Ein- oder Ausfädelspuren haben. Dadurch könne an den bestehenden 450-Meter-Tunnel angebaut werden. Die veranschlagten 537 Millionen Euro ließen sich halbieren, glaubt die Initiative.

Nachteil: Fehlen Ein- und Ausfahrten, bleiben mehr Autos an der Oberfläche. Das Planungsreferat geht bislang schon von 33 000 am Tag aus – die Landshuter Allee würde trotz Tunnel fast Durchgangsstraße bleiben. „Immer noch besser als die bislang 149 000 Autos am Tag“, sagt Mitstreiterin Susanne Mayer.

Die Initiative verabschiedet sich auch von der Idee eines Parks auf dem Tunnel. Gemäß dem Rossius-Plan könnten oberirdisch 1100 Wohnungen entstehen. Das ist den Nachbarn im ohnehin dichten Viertel zu viel. Sie fordern eine „Bebauung mit Augenmaß“.

David Costanzo

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