Schwarz-Rot macht Druck

Landshuter Wohn-Allee: Kommt ein Bürgerentscheid?

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149 000 Autos am Tag zerschneiden die Landshuter Allee – sie sollen im Tunnel verschwinden.

München - Die Idee kam zur richtigen Zeit und brachte den Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen im Rathaus: Die Rathaus-Regierung macht Tempo bei der Landshuter Wohn-Allee!

Und jetzt könnte sogar schon Geld fließen …

Der Münchner Projektentwickler Rolf Rossius (69) will den Mittleren Ring an der Landshuter Allee tieferlegen, Deckel drauf und noch mal 1133 Wohnungen und viel Grün darüber. „Ich wäre unglaublich glücklich, wenn der Plan beschlossen werden könnte“, sagt er der tz.

Weg mit den Autos, weg mit dem Lärm – her mit den günstigen Wohnungen! Das hat auch die Rathaus-Politiker von CSU, SPD und Grünen begeistert. Vor allem die Öko-Partei fürchtete bislang, dass Tunnels nur noch mehr Autos anziehen könnten. Vom Rossius-Plan ließen sie sich überzeugen, dass der Gewinn für die Stadt überwiegt.

Binnen eines Jahres muss geprüft werden, ob Wohnraum möglich ist

Und so findet sich der Plan auch im Bündnis-Papier von CSU und SPD: Die Stadtverwaltung muss binnen eines Jahres „entscheidungsreif“ prüfen, ob Wohnraum, Lärm- und Abgasschutz möglich sind. Sollten Wohnungen nicht möglich sein, will man im „Konsens“ vorgehen – und womöglich einen Bürgerentscheid herbeiführen.

Den soll es auch bei der Röhre an der Tegernseer Landstraße geben. Am Englischen Garten laufen die Planungen wie beschlossen weiter. Schwarz-Rot gibt Gas. Ideengeber Rossius ist nicht nur zufrieden – er hat sogar seit gestern einen Geldgeber in petto! „Ich habe das Signal einer überregionalen Bank bekommen, die 100 Millionen Euro als Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt hat“, sagt er.

Und er bleibt dabei, dass die Einhausung sich praktisch selbst tragen könnte – 80 Millionen Euro für den Tunnel und die 1133 Wohnungen darüber würden selbst bei günstigen Mieten noch vier Prozent Rendite abwerfen. Die Stadt war in einer ersten Rechnung auf eine halbe Milliarde Euro gekommen. Auch die Sorge um die nötigen Flächen will Rossius Stadtbaurätin Elisabeth Merk nehmen: Bislang sei die Allee 60 Meter von Haus zu Haus breit. Wenn dazwischen ein zwölf Meter breiter Häuserriegel komme, seien alle geforderten Abstände eingehalten.

Wichtiges Detail: Rund 400 Parkplätze will Rossius in den Erdgeschossen schaffen, das Wohnen beginnt im ersten Stock.

David Costanzo

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