Justizzentrum und Kreativquartier

Leonrodplatz: Anwohner fürchten Stau und mehr Verkehr

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Die Anwohner am Leonrodplatz fürchten noch mehr Verkehr auf der schon jetzt vielbefahrenen Kreuzung.  

Zwei Großprojekte machen den Anwohnern am Leonrodplatz Angst: Sie befürchten, dass das neue Strafjustizzentrums und das Kreativquartier noch mehr Verkehr auf den schon jetzt stark belasteten Knotenpunkt ziehen werden.

München -  Bei einer Einwohnerversammlung am Dienstag räumten Planungsreferat und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die meisten Bedenken aus. Nördlich des Leonrodplatzes entsteht bis zum Herbst 2022 das neue Strafjustizzentrum, das den maroden Bau an der Nymphenburger Straße ersetzen soll. Etwa 1300 Menschen werden hier arbeiten, dazu kommen täglich Angeklagte und Kläger, Zeugen, Anwälte und Zuschauer.

Zusätzlich entsteht südlich der Schwere-Reiter-Straße mit dem Kreativquartier ein neues Viertel mit 900 Wohnungen, Kultureinrichtungen, Kreativwirtschaft, einer Grundschule und Gebäuden der Hochschule München. Im nahen Südteil des Olympiaparks ist ein Wohngebiet mit 500 bis 600 Wohnungen geplant.

Folgendes Konzept wurde bei der Einwohnerversammlung vorgestellt:

Autos: „Wir rechnen nicht mit einem Parkplatz-Chaos“, sagte Verkehrsplanerin Christine Weis-Hiller. Voraussichtlich werde das Gebiet hinter dem Justizzentrum rund um den Rosa-Luxemburg-Platz an das Parklizenzgebiet Ebenau angeschlossen. Für Besucher lohne sich das Parken im Viertel dann nicht mehr. Am Justizzentrum sind 447 neue Pkw-Stellplätze geplant, davon 409 in der Tiefgarage. Die Planer gehen davon aus, dass nur wenige Menschen mit dem Auto kommen werden. Schließlich sei das Justizzentrum durch Tram und Busse gut angebunden.

Tram: Zwar hat sich die MVG gegen eine Takterhöhung auf den Trambahnlinien 20, 21 und 22 entschieden. Doch seien für die Strecke entlang der Dachauer Straße neue 48 Meter lange Züge geplant, informierte Ulf Bal von der MVG. Damit könne man die Kapazität um bis zu 20 Prozent steigern. Wann die Züge einsatzbereit sein werden, sagte Bal nicht. Weitgehend einig waren sich Bürger, Stadt und Bezirkausschuss, dass an der Funkerstraße eine neue Haltestelle benötigt wird.

Busse: Die MVG will den Bus 153 verlängern: Von der Maxvorstadt kommend soll er über Lothstraße, Maillingerstraße und Donnersbergerbrücke bis zum Harras fahren. „Vielleicht schon zum nächsten Fahrplanwechsel“, so Bal. Der Bus 144 verbindet schon seit Dezember 2016 die U-Bahn-Stationen Scheidplatz und Rotkreuzplatz.

Radler und Fußgänger: Die Heßstraße soll eine wichtige Verbindungsstraße im Kreativquartier werden – aber nur für Fußgänger, Radler und den Bus 153. Die Anwohner forderten zusätzliche Querungsmöglichkeiten über die Dachauer Straße.

Rest-Zweifel blieben: In Stoßzeiten könne es eng werden, gaben etliche Anlieger zu bedenken: Wenn viele Autos aus der Tiefgarage fahren, drohe ein Stau an der Einmündung zur Dachauer Straße mit Auswirkung bis ins Wohngebiet.

Was bringt 2017 für den Stadtbezirk? Lesen Sie hier unsere Jahresvorschau für Neuhausen-Nymphenburg. Hier finden Sie außerdem Vorschauen für alle weiteren Münchner Stadtbezirke.  

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