Dompteur nimmt Abschied

Große Trauer in München: „Legende“ aus Circus Krone gestorben - „Durften ihn sein ganzes Leben begleiten“

Löwe und Dompteur
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Der traditionsreiche Circus Krone in München trauert um seinen weißen Löwen King Tonga. Das Foto zeigt das Raubtier mit seinem Dompteur Martin Lacey jr.

Er kann kaum sprechen, so überwältigt ist er von seiner Trauer: Dompteur Martin Lacey jr. und die ganze Circus-Krone-Familie sind erschüttert. King Tonga, der weiße Löwe, ist tot. Am Samstagmorgen starb er im Alter von 19 Jahren.

München - „König“ Tonga – das wunderschöne weiße Tier mit seiner prächtigen Mähne hat ein langes Leben hinter sich. Seine Geschichte begann wie in 1001 Nacht: Ein arabischer Prinz sah einst Laceys Löwenschau beim internationalen Circus-Festival von Monte Carlo. Er war so begeistert, dass er dem Circus das weiße Löwenbaby aus seiner arabischen Zucht schenkte.

München: Trauer um den weißen Löwen „King Tonga“

Mit viel Liebe führten die Zirkusleute den kleinen König an das Leben und Arbeiten in der Manege heran. „Wir durften ihn sein ganzes Leben begleiten“, erzählt Martin Lacey jr. „Vom kleinen Bub bis zum Löwen-Opa. Er war immer geborgen bei uns.“ Lacey schlief bei ihm, auch wenn auf Tournee einmal die Löwenunterkunft weit vom Hotel entfernt war. „Ich wollte nur bei ihm sein.“

Martin Lacey jr. im Jahr 2012 mit Tongas sechs weißen Babys.

Und Tonga machte dem Zirkus alle Ehre. Nicht nur bei den glanzvollen Auftritten in der Manege. Auch als Löwen-Papa sorgte er für Sensationen! Mehr als 25 Nachkommen hat er gezeugt. 2011 brachte Princess, Tongas Gefährtin, die vor vier Jahren starb, Baluga zur Welt, den weltweit ersten weißen Löwen, der in einem Zirkus geboren wurde. Er ist heute Star der Manege. Und einen Löwen-Traum in Weiß bescherten Tonga und Princess dem Zirkus 2012: sechs weiße Babys aus einem Wurf. Eine Weltsensation!

Circus Krone in München: Längst war König Tonga in Rente

Graubraun war der Pelz des alten Zirkuslöwen zuletzt. Längst war er in Rente, aber noch fit. Bis ihn vor Kurzem ein Virus befiel. Lacey und das Team der Tierklinik Gessertshausen taten alles für ihn*. „Ich hätte ihm die teuersten Medikamente gegeben, alles. Wenn es ihm nur gut geht“, sagt Lacey. Immerhin: Tonga musste nicht leiden. Er starb friedlich im Schlaf. „Wir mussten ihn in der Hand von Gott lassen“, sagt Martin Lacey jr.

Der Tod des alten Löwen bewegt viele Zirkusfreunde. Hunderte drücken der Krone-Familie in den sozialen Netzwerken ihr Mitgefühl aus. Tonga sei eine „Legende“ gewesen. Dennoch gibt es auch vereinzelte Stimmen, die Wildtierhaltung im Zirkus kritisieren: „Tiere gehören in ihren normalen Lebensraum“, schreibt eine Kommentatorin auf Facebook. Immer wieder hat der Zirkus ja Konflikte mit Tierschützern. Krone betonte stets, „Wildtier“ bedeute ja nicht, das man die Löwen in Afrika mit dem Lasso fange. Tongas Fans sind auf der Seite des Circus Krone. Einer schreibt, mit King Tonga sei „ein Lehrstück für eine mögliche Tier-Mensch-Beziehung“ zu Ende gegangen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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