Fest unter Palmen

Verein Lebensmut feiert im Schlosspark Nymphenburg: Wenn der Bürgermeister kellnert

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Das Fest unter Palmen zugunsten Lebensmut fand im Schlosscafe im Palmenhaus in München statt.

Der Verein Lebensmut feierte ein traumhaftes Fest im Schlosspark Nymphenburg. Die Agenda: Die Krankheit aus der Tabu-Zone holen.

München - Wenn ein Münchner Bürgermeister und ein Großverleger kellnern, der Wirt aus den Rosenheim Cops Frank Sinatra singt und zumindest stimmlich Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder die Ansagen unter Palmen im Nymphenburger Schlosspark macht, dann ist das ein Abend, der im Herzen bleibt und einer, der Kraft gibt, für die schwereren Zeiten im Leben ... Das Fest unter Palmen ist ein traumhaft schönes von Mutmachern. 

Eine Gesellschaft, die den Verein Lebensmut tatkräftig unterstützt, der am Campus des Klinikums Großhadern neben der medizinischen Behandlung Krebskranken Angebote für Körper und Seele macht, aber auch die Angehörigen tatkräftig unterstützt. Diese Feier ist vor allem einer zu verdanken: Claudia Trott, Wirtin vom Schlosscafé im Palmenhaus, die mit ihrer Familie und Mitarbeitern die Party quasi gratis schmeißt. 

Hiddemann konzentriert sich ganz auf die Forschung

Dafür ist dann auch das Wetter jedes Jahr so perfekt, dass das Fest in der Kulisse der Schlossanlage Nymphenburg zum Sommernachtstraum wird, was einem schweren Thema Leichtigkeit gibt, wie Lebensmut-Vorstandschef Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann, Hämatologe und Onkologe, meinte. Bis vor einem halben Jahr Direktor der Medizinischen Klinik III, konzentriert sich Hiddemann jetzt im Ruhestand ganz auf die Leukämie- und Lymphom-Forschung und ist dabei, ein großes Bayerisches Krebszentrum aufzubauen. 

Dr. Dirk und Frau Marlene Ippen

Kranken Mut zu machen, ist für ihn genauso wichtig, wie die medizinische Therapie. Kranken Mut – das macht auch der Cartoonist und Autor Peter Gaymann. Seine Hühner gackern auf seinen Postkarten und in seinen Büchern fröhlich durch die Welt, und auch er selbst nimmt das Leben lieber von der heiteren Seite. Seit Jahren aber setzt er sich für den Bundesverband Kinderhospiz und für die Arbeit mit dementen Menschen ein – dafür zeichnet er sogar jedes Jahr einen eigenen Kalender: Demensch. Und er erlebt immer wieder, dass trotz allem Kummer auch Freude und Lachen immer noch Platz haben. „Meine Zeichnungen sollen bei schwierigen Themen zur Entkrampfung beitragen“, sagte Gaymann. 

Prof. Wolfgang Hiddemann mit Petra Hohenadl.

Und: Er will Krankheitsthemen aus der Tabu-Ecke holen, ohne sich über Menschen lustig zu machen. Wie er zu Lebensmut kam? Prof. Hiddemann hat seine Cartoons immer wieder gern für Vorträge verwendet und dafür um Gaymanns Erlaubnis gefragt. Inzwischen ist der Cartoonist so begeistert von der psycho-onkologischen Arbeit des Vereins, dass er sich da gern noch mehr engagieren will, zumal er gerade erst von Köln nach Neufahrn bei Schäftlarn gezogen ist und sich auch für das geplante „Forum für Humor und komische Kunst“ einsetzen will. Auch dieses Museum braucht Mut. Genauso wie eine längst fällige Aussprache. Natalie Schmidhat erst kürzlich allen Mut zusammengenommen, um eine Freundschaft zu retten – mit Ehrlichkeit. Seit vier Jahren engagiert sie sich für Lebensmut, nachdem ihr Papa an Krebs gestorben ist. „Wir hätten uns gewünscht, so betreut zu werden, wie es dieser Verein macht.“

Reichart erforscht Herz-Transplatation von Schweine-Herzen

Prof. Dr. Bruno Reichart braucht auch jeden Tag Mut für seine Arbeit; den Mut, immer weiterzugehen. Gerade erforscht er die Transplantation von Schweine-Herzen an Primaten; in wenigen Jahren, so hofft er, kann er den Mangel an Spenderherzen beim Menschen ausgleichen. Doch es gibt auch die kleinen Herausforderungen des Alltags, die Mut verlangen, wie zum Beispiel drei Hornissen lebend aus dem Schlafzimmer zu retten. Inge Fürstin Wrede-Lanzhat sich erst kürzlich überwunden. Oder eine größere Investition, wie ein Tibet-Tiger-Teppich fürs Entrée, wie beiUlla Feldmeier.

Josef Schmid (Schlagzeug); Christian Schaeffer (Gesang);Adi Brunn ( Gitarre);Andre Hartmann (Keyboard)

In jedem Fall aber ist es Lebensmut! Und Lebensfreude. Dafür spielte das Munich Black Pack auf – mit Bürgermeister Josef Schmid, Schauspieler Christian C. Schaeffer und Musikkabarettist André Hartmann, die mit Frank-Sinatra-Songs für Riesen-Stimmung sorgten. Wie übrigens auch die Auktion, bei der unter anderem zwei Wanderungen mit Prof. Hiddemann und Verleger Dr. Dirk Ippensowie eine Rathaus-Führung von und mit Seppi Schmid versteigert wurden. Am Ende des Abends waren knapp 40 000 Euro mehr in der Kasse von Lebensmut. Und eine Erkenntnis von Christian C. Schaeffer von den Rosenheim Cops stand für alle: „In so einem Ambiente so feiern zu dürfen, ist ein Gottesgeschenk!“ 

Peter Gaymann und Frau Viktoria Steinbeiß-Gaymann

Pure Lebensfreude! Mit von der Party unter anderem: Soo Leng Kunstmann, die in ihren 65. Geburtstag hineinfeierte; die Lebensmut-VorständeIlona Ramstetter, Elke Reichart und Dr. Ralf Sambeth, die afghanische Frauenrechtlerin Nahid Shahalimi, die immer wieder aufs Neue Mut braucht, um in Afghanistan zu arbeiten (gerade erst feierte bei der UNO in New York ihr Dokumentarfilm We, the women of Afghanistan Premiere); Regine Sixt, Dr. Francisca Bernheimer(Gerhard Hirsch Münzen), Dr. Sabina Frohwitter mit Freund Peter Leitner, BR-Sternstunden-Initiator Thomas Jansing mit EhefrauSabine, Ex-Manager Dr. Gerhard Joossmit Ehefrau Sigrid, Christiane Kaske, Dr. Harald und Gisela Mosler, die großzügigst spendeten, sowie Regisseur Sepp Vilsmaier und Moderatorin Birgit Muth.

Ulrike Schmidt


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