Nahe der Friedenheimerbrücke

Illegales Lager geräumt: In diesen Mülltüten wohnten Menschen

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Mülltüten als Dächer und Schaumstoffreste als Unterlage: In diesen Verhältnissen leben Menschen mitten in München.
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Mülltüten als Dächer und Schaumstoffreste als Unterlage: In diesen Verhältnissen leben Menschen mitten in München.
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Mülltüten als Dächer und Schaumstoffreste als Unterlage: In diesen Verhältnissen leben Menschen mitten in München.

In der Nacht auf Dienstag räumte die Bundespolizei ein illegales Zeltlager auf DB-Gebiet im Bereich der Friedenheimerbrücke. Bis zu zwölf Menschen lebten hier in erbärmlichen Verhältnissen.

München - Sie hatten ihre Schlafplätze im Gestrüpp mit Pflanzen getarnt, um nicht entdeckt zu werden. Doch es half nichts! Aufgrund eines Zeugenhinweises hat die Bundespolizei am Montagabend ein illegales Camp an der Friedenheimerbrücke entdeckt.

Laut Angaben der Beamten musste die Zeltstadt auf dem Bahn-Gelände gleich zweimal geräumt werden. Die neun Rumänen, vermutlich Tagelöhner, die die Beamten am Montag angetroffen hatten, weigerten sich, den Ort zu verlassen. Als die Ordnungshüter am Dienstagmorgen erneut anrückten, trafen sie sogar zwölf Personen zwischen 19 und 57 Jahren an, darunter fünf Frauen. Die Zuwanderer hatten sich innerhalb von Stunden ein neues Lager gebaut. Gegen neun wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet.

Mülltüten als Dächer und Schaumstoffreste als Unterlage: In diesen Verhältnissen leben Menschen mitten in München.

Versteckte Zeltlager sind kein Einzelfall. „Seit der EU-Osterweiterung ist eine deutliche Zunahme von Campbildungen zu beobachten“, bestätigt Hedwig Thomalla, Sprecherin des Sozialreferats. Im vergangenen Jahr wurden 50 wilde Camps im Stadtgebiet geräumt, 2016 waren es laut des Kreisverwaltungsreferat 47, im Jahr zuvor 34. „Generell gilt, dass wildes Campieren nicht erlaubt ist“, sagt Thomalla. Einzelpersonen, die etwa in Hauseingängen nächtigen und ihren Schlafsack und ihre Isomatte morgens wegräumen, zählten nicht dazu.

Franz Herzog, Leiter der Teestube komm des Evangelischen Hilfswerks München, weiß: Wenn die Bettplätze im Kälteschutz in der Bayernkaserne im April schließen, schießen wilde Camps aus dem Boden. „Wir bekommen relativ viele Hinweise.“ Gerade bei den Zuwanderern aus Rumänien und Bulgarien seien die Möglichkeiten der Unterbringung im Wohnungslosensystem außerhalb der Kälteschutzeiten sehr begrenzt.

Lesen Sie auch: Ein Rundgang durch Münchens Problemviertel

Caroline Wörmann

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