Schreck in München

Käfer beißt sich am Hals eines Babys fest

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Das undatierte Bild zeigt die Larve eines Bienenkäfers (Trichodes apiarius, auch "Bienenwolf"), die auch als Vampirlarve bezeichnet wird.

München - Eine Mutter schiebt ihr Baby im Kinderwagen durch München und zuckt zusammen: Am Hals des Kindes hat sich ein rotes Tier festgebissen. Wissenschaftler haben es untersucht.

Ein rotes Insekt hat sich am Hals des Säuglings festgebissen - erst Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München können die Mutter beruhigen. Der Abgleich mit Daten der auch von München aus bestückten internationalen Gendatenbank ergibt: Das Tier ist harmlos. Es handelt sich um die Larve des Buntkäfers Trichodes apiarius, eines für Menschen ungefährlichen Insekts, das auch Bienenwolf genannt wird. Die Larve des rot-schwarzen, einen Zentimeter langen Käfers entwickelt sich normalerweise in Nestern von Wildbienen. Das Tier hatte sich an den Hals des Kindes verirrt.

Die Staatssammlung arbeitet an dem internationalen Barcoding-Projekt mit, das Gensequenzen aller Tierarten weltweit registrieren soll. Schon mehrfach konnten die Forscher auch medizinisch Hilfe leisten.

Forscher halfen vor zwei Jahren bei Aufsehen erregendem Notfall

Vor zwei Jahren klärten sie einen spektakulären Notfall: Damals war eine Tibettouristin von der Larve einer Yak-Dasselfliege befallen, sie klagte nach ihrer Rückkehr über starke Schmerzen und Schwellungen im Oberkörper. Schließlich wurde eine weiße Made entfernt - per Gewebeprobe ließ sich nachweisen: Es war der zweite dokumentierte Befall eines Menschen durch die Yak-Dasselfliege, deren Larven sich normalerweise im Körper von Huftieren entwickeln.

Mit Hilfe des internationalen Barcoding-Projekts können Tierarten auf einfache Weise identifiziert werden. Rund 16.000 Gencodes aus Deutschland wurden bereits erfasst, weltweit sind es rund 236.000. Die Codes sind über eine Internetplattform weltweit zugänglich.

Davon profitieren Ärzte, aber auch Ermittler. Der Zoll etwa nutzt DNA-Codes, um den Schmuggel geschützter exotischer Tierarten besser zu bekämpfen. Auch an Schmuckgegenständen aus Zähnen, Knochen oder Leder lässt sich die Herkunft zweifelsfrei nachweisen. Beim Pferdefleischskandal waren Genanalysen am Rande im Spiel. Künftig könnten Gencodes im Lebensmittelbereich eine größere Rolle spielen.

dpa

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