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Kulturbetriebe ungerecht behandelt? Deutliche 2G-Plus-Botschaft an Münchner Kino

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Von: Laura Wittstruck

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In Kultureinrichtungen wie Kinos gilt demnächst 2G. Außerdem dürfen nur 30 bis 50 Prozent der Kapazität ausgelastet sein.
Kinos in Deutschland dürfen zurzeit nur 25 Prozent ihrer Säle auslasten. © Frank Rumpenhorst/dpa

Seit Beginn der Pandemie gelten strenge Einschränkungen in der bayerischen Kulturszene. Kinobetreiber fühlen sich gegenüber der Gastro jetzt ungerecht behandelt.

München –Mit Abstand, Maskenpflicht und reduzierter Belegung mussten Kinobetreiber auch nach dem Komplett-Lockdown leben. Im vergangenen November kam dazu auch noch die 2G-Plus-Regel. Das bedeutet: Die neuesten Blockbuster auf der Leinwand verfolgen darf nur, wer geimpft oder genesen ist und zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Für Personen, die bereits geboostert sind, entfällt die Testpflicht. Die Auffrischungsimpfung ist dabei unmittelbar gültig und nicht wie bislang erst nach 14 Tagen. Gleichzeitig dürfen die Betreiber nur 25 Prozent aller Sitzplätze belegen. Schwere Zeiten für kleine Kinos, einige Betreiber bangen bereits um ihre Existenz

München: Ungleichbehandlung mit der Gastro – Kinobetreiber mit klarer Botschaft

Nach den neuen Beschlüssen der Bund-Länder-Runde tagte am Dienstag auch das bayerische Kabinett. Kurz darauf gab Markus Söder in einer Pressekonferenz bekannt: In Bayern bleibt in Theater, Kino und Co. die 2G-Plus-Regelung bestehen, in der Gastro gilt währenddessen weiter nur 2G. Eine Ungleichbehandlung, die vielen sauer aufstößt. Wie groß das Unverständnis über die neuen Corona-Regeln im Freistaat ist, zeigt eine Aktion des Neuen Maxim Kinos an der Landshuter Allee. Auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlichen die Betreiber ein Bild ihrer Buchstabentafel. Der Schriftzug darauf: „2G Plus hilft nur in der Kultur – logisch“. Im Text unter dem Bild warnen sie außerdem: „Kultur in Bayern ist Hochrisikogebiet!“ Mit ihrem Post sprechen sie scheinbar auch anderen Kinobesitzern aus dem Herzen: Das Münchner Monopol Kino und der Royal Filmpalast teilen den Beitrag in ihren Stories.

Ärger über Corona-Beschlüsse: „Hier wurde ganze Lobbyarbeit geleistet“

Auch bei HDF Kino e.V., dem größten Kinoverband Deutschlands, kommt Söders Sonderweg nicht gut an; „Wir fragen uns, wieso unsere Interessen im Vergleich zu anderen Branchen so mit Füßen getreten werden. Hier wurde offensichtlich ganze Lobbyarbeit geleistet“, zitiert der Verband seine Vorsitzende Christine Berg in einem Instagram-Post. Ihren Ärger begründet die deutsche Kino-Szene auch in aktuellen Studien. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zeigt etwa, dass das Risiko einer Infektion dort vergleichsweise gering ist – vorausgesetzt, es ist ein gutes Lüftungssystem vorhanden. Doch nicht nur die Kinobetreiber sind wütend über die bayerischen Beschlüsse, auch andere Kulturschaffende kritisieren die Regierung um Markus Söder scharf.

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