77-Jährige am Abgrund

Schock zu Silvester: Verzweifelte Promi-Gastronomin muss Wohnung räumen - nach 20 Jahren

Seit 20 Jahren wohnt Rosemarie Ehmann in der Nähe des Botanischen Gartens. Doch bis Silvester muss die 77-Jährige ihr Zuhause verlassen – der ehemaligen Wirtin wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt. Wo sie jetzt hin soll, weiß sie nicht.

  • Als einstige  Promi-Wirtin gehört Rosemarie Ehmann zu den bekannten Persönlichkeiten der Münchner Szene.
  • Jetzt droht die beliebte ehemalige Gastronomin privat bald auf der Straße zu sitzen.
  • Die Wohnung nahe des Botanischen Gartens, in der sie seit über 20 Jahren lebt, wurde ihr zu Silvester wegen Eigenbedarfs gekündigt.

Ihr Daheim hat sich Rosemarie Ehmann über all die Jahre perfekt eingerichtet. Ganz nach ihrem Geschmack. Doch wenn sie sich derzeit umblickt, stehen ihr die Tränen in den Augen. „Wie es mir geht, das kann man sich nicht vorstellen, ich könnte jeden Tag weinen“, sagt die 77-Jährige. Denn am 31. Dezember fliegt sie aus ihrer Wohnung nahe dem Botanischen Garten. Eine schöne Dachterrassenwohnung, in der sie über 20 Jahre lebte.

Gekündigt wurde ihr wegen Eigenbedarfs, die Vermieterin möchte die Wohnung für ihre Tochter. Rosi Ehmann muss raus – zu retten ist nichts mehr. Der Gerichtsvollzieher war schon da, um die Räumung vor zu besprechen. Termin aber gibt es noch keinen. „Vielleicht lässt er mich noch über Silvester drin, ich hoffe und bange“, sagt sie.

Franz Josef Strauß und Udo Jürgens waren bei ihr zu Gast

Um ihre Zukunft bangt Rosi Ehmann – ihre Wände erzählen noch von einer glücklichen Vergangenheit. Im Wohnzimmer strahlt von vielen Bildern Ehmanns Konterfei in jungen Jahren. Es sei immer viel los gewesen in ihrem Leben, erinnert sie sich. „Ich war mit 17 Jahren die jüngste Barfrau im ,Tabu‘, ich hatte tolle Begegnungen und viele gut laufende Lokale in München wie das ,Mascot‘ eröffnet, in denen auch die Münchner Prominenz zu Gast war“, sagt sie. Zum Beispiel Franz Josef Strauß oder Udo Jürgens und dessen erste Ehefrau Panja. „Mit der Panja habe ich früher den Stachus unsicher gemacht – und ich war mit 17 Jahren die Miss Teenager der ,Bravo‘“, erinnert sich die heute 77-Jährige.

Als sie dann ein Kind verlor, verließ sie Deutschland und lebte für sieben Jahre in Kuwait, erzählt sie: „Ich hatte dort eine Edelboutique und war liiert mit dem Sohn des Scheichs.“ Danach kam sie nach München zurück und lebte ihr Talent als Gastgeberin aus: In einer kleinen Rockkneipe am Maßmannbergl in der Maxvorstadt, danach betrieb sie ein Lokal mit 120 Plätzen ganz in der Nähe des Löwenbräukellers. später eines an der Ecke Theresien- und Ackermannstraße. „Das waren Goldgruben“, erinnert sie sich.

Zu Silvester muss die 77-Jährige das Haus nahe dem Botanischen Garten verlassen.

Doch brachten sie ihr kein Glück: Ihr erster Mann, mit dem sie die Lokale eröffnet hatte, verließ sie, zurück blieb ein Haufen Steuerschulden. Auch die Beziehung mit ihrem zweiten Mann ging in die Brüche. Schließlich verlor sie auch ihr letztes Restaurant, lebt seitdem von Sozialhilfe. Beim Amt für Wohnen und Migration ist sie registriert, bewirbt sich seit einigen Monaten auch für andere Wohnungen. Gefunden hat sie noch nichts. „Ich hoffe sehr, dass ich doch noch etwas Nettes für mich und den Kater finde“, sagt sie – und wischt sich eine Träne weg. Klar, eine Dachterrassenwohnung für 865 Euro warm wird sie nicht mehr finden: „Aber dass ich ins Obdachlosenheim muss und mein Kater ins Tierheim, das wäre nicht zu verkraften.“

Auch in einer anderen Wohnung in demselben Haus in München gibt es Ärger: Dort hat sich Schimmel breit gemacht.

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Wer eine Immobilie erbt, tappt in München schnell in die Steuerfalle. Denn der Wert eines Hauses in der Stadt hat sich in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht – zumindest auf dem Papier.

Rubriklistenbild: © Michael Westermann

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