Couragierter Herrschinger schwer verletzt

Nach Prügel-Attacke in S-Bahn: Polizei meldet ersten Erfolg - Münchner setzt Belohnung aus

Ein Mann steht in der S-Bahn in München. Auf einem Bild trägt er eine Maske.
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Mit diesen Aufnahmen (mutmaßlicher Täter ohne und mit Gesichtsmaske) fahndet die Polizei nach der S-Bahn-Attacke nach dem Verdächtigen.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I suchte die Polizei nach einer Prügel-Attacke in der S-Bahn zwei unbekannte Männer. Nun gibt es einen ersten Erfolg.

  • Am Sonntag eskalierte eine Fahrkartenkontrolle in einer S-Bahn in München. Die Polizei ermittelte im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I zunächst gegen zwei noch unbekannte Männer.
  • Den Männern wird vorgeworfen, nach einer Fahrkartenkontrolle in der S8 kurz vor der Haltestelle Donnersbergerbrücke Mitarbeiter der Bahn und einen weiteren Mann geschlagen zu haben.
  • Nun gibt es einen ersten Fahndungserfolg, meldet die Bundespolizei.

Update vom 7. August, 11.33 Uhr: Die Bundespolizei München verzeichnet einen Fahndungserfolg. Einer der beiden Tatverdächtigen nach der S-Bahn-Attacke (siehe Erstmeldung) konnte ermittelt werden. Es handelt sich um einen 29-jährigen Deutschen. Gegen ihn wird von der Bundespolizei wegen Gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. 

Nach einer Öffentlichkeitsfahndung mit Lichtbildern (siehe Erstmeldung) meldeten sich Personen, die den Gesuchten identifizieren konnten. Aufgrund konkreter Hinweise konnte er ermittelt werden. Zudem konnten Beweismittel sichergestellt werden, mit denen eine gerichtsverwertbare Tatbeteiligung nachzuweisen sein dürfte. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen blieb der 29-Jährige auf freiem Fuß. 

Der zweite Tatverdächtige, den die Polizei als „dunkelhäutig" beschrieben hat, ist noch nicht gefasst. Die Polizei sucht weiter mit einem Lichtbild nach ihm. Wie die Bundespolizei außerdem mitteilt, lobte ein Münchner für Hinweise, die zu dessen Ergreifung führen, 500 Euro Belohnung aus. Der Münchner hatte von der Fahndung aus den Medien erfahren.

In Münchner S-Bahn: Zwei Männer prügeln auf Kontrolleure ein - Polizei fahndet mit diesen Bildern

Erstmeldung vom 3. August:

München - Die Polizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I gegen zwei bislang unbekannte Männer. Ihnen wird vorgeworfen am Sonntag, den 19. Juli in der S8 auf dem Weg von Pasing zum Flughafen München zwei Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) und einen weiteren Mann geschlagen und verletzt zu haben. Durch die Überwachungskameras an der Haltestelle Donnersbergerbrücke verfügt die Polizei über Lichtbilder der Tatverdächtigen. Mit einer Öffentlichkeitsfahndung wandte sich die Polizei an die Bevölkerung.

Öffentlichkeitsfahndung München: Bahn-Mitarbeiter als „ Scheiß Rassisten" beschimpft

Laut Angaben der Polizei führten Mitarbeiter der DB am 19. Juli auf Höhe der Donnersbergbrücke eine Fahrkartenkontrolle durch. Einer der Tatverdächtigen sei direkt auf die Kontrolleure zugegangen und habe sein Ticket vorgezeigt. Das Ticket war gültig und die Bahn-Mitarbeiter wandten sich anderen Fahrgästen zu. Der bereits kontrollierte dunkelhäutige Fahrgast regte sich plötzlich über die Art der Kontrolle auf. In der voll besetzten S-Bahn machte er sich lautstark bemerkbar und schrieb die Kontrolle seiner Hautfarbe zu. Er erhielt Unterstützung von einem weiteren noch unbekannten Mann. Die DB-Mitarbeiter drohten dem immer aggressiver werdenden Dunkelhäutigen mit einem Fahrtausschluss. Den setzten sie schließlich an der Haltestelle Donnersbergerbrücke durch.

Die Kontrolleure brachten den aggressiven Mann aus der S-Bahn, der setzte sich zur Wehr und versuchte auf den 44-jährigen Bahn-Mitarbeiter einzuschlagen. Am Bahnsteig gingen beide zu Boden. Nach Angaben der Polizei eilte ein bislang unbeteiligter 35-Jähriger dem Kontrolleur zu Hilfe. Daraufhin mischte sich auch der hellhäutige Tatverdächtige in die Auseinandersetzung ein. Gemeinsam schlugen die Männer auf den Kontrolleur und den 35-Jährigen aus Herrsching ein. Schließlich flüchteten die Männer. Auf der Flucht beschimpfte der hellhäutige Unbekannte die Bahn-Mitarbeiter als „Scheiß Rassisten“.

Öffentlichkeitsfahndung München: Bundespolizei bittet Bevölkerung um Hilfe

Bei der Auseinandersetzung an der Haltestelle Donnersbergbrücke zogen sich zwei Männer Verletzungen zu. Der 44-jährige Kontrolleur erlitt eine Schulterprellung. Er war für mehrere Tag dienstunfähig. Der 35-Jährige, der Zivilcourage zeigte und den Bahn-Mitarbeitern zu Hilfe kam, zog sich eine schwere Sprunggelenksfraktur zu. Die Verletzung musste bereits zweifach operiert werden. Der 32-jährige Kollege des DB-Mitarbeiters blieb unverletzt. Durch die Videoüberwachung am Bahngleis liegen der Polizei Lichtbilder der Tatverdächtigen vor. Die Bundespolizei München ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. In einer Mitteilung wandte sie sich die Polizei an die Bevölkerung und erbittet Hinweise zu den Gesuchten. Wer die noch unbekannten Männer oder ihren derzeitigen Aufenthaltsort kennt, wird gebeten sich unter 089/515550-111 an die Bundespolizei zu wenden.

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