Sieben Monate alter Max

Münchner Vermieter will Hund verbieten - dabei hat der selbst einen Dackel

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Susanne K. (47) mit ihrem Jagdhund Max.

Obwohl er selbst einen Hund hat stellte sich ein Vermieter gegenüber seinen Mietern quer. Er wollte ihnen verbieten ihren Hund Max in der Wohnung zu halten. Die klagten dagegen.

München - Mei, der Max: Das ist ein ganz Putziger. Weiches, braunes Fell. Sieben Monate alt. Ein ungarischer Vorstehhund – und jetzt hat er auch ein sicheres Zuhause: Denn das Amtsgericht hat entschieden, dass Max bei seiner Familie bleiben darf.

München: Vermieter wollte den Hund nicht im Haus haben

Monatelang hatte der Vermieter das zu verhindern versucht und wollte Max nicht im Haus haben. „Dabei hatte er selbst einen Dackel“, sagt Susanne K. (47), die Max im Sommer 2018 zu sich holte – auch zur Freude ihres Mannes und der beiden 13 und 15 Jahre alten Kinder, die sich einen Hund gewünscht hatten. Der Vermieter allerdings stellte sich quer und verweigerte die Zustimmung zur Hundehaltung. „Dagegen haben wir dann geklagt“, sagt Susanne K.

Denn in dem Neuhauser Mehrfamilienhaus lebten auch andere Hunde und Katzen. Kurios: Selbst die Nachbarn hatten zugestimmt, dass sich die Familie einen Hund anschaffen darf – nur die Hausverwaltung nicht. Sie berief sich in einem Schreiben darauf, dass die jetzigen Vermieter noch nie eine Einwilligung zur Hundehaltung gegeben hätten. Gegen den Hund spräche auch, dass beide Eltern berufstätig seien und die Kinder angeblich erst nachmittags aus der Schule kommen.

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Gericht gibt ihr Recht - Max darf in Wohnung in München bleiben

„Plötzlich hieß es dann auch, ein Hund sei zu laut. Wir fühlten uns klar benachteiligt“, sagt Susanne K. Das Amtsgericht gab ihr bereits im August 2018 Recht: Max darf bleiben. Eine Richterin hatte sich persönlich vor Ort umgesehen – und entschied: Diese Familie kümmert sich gut um Max. Laut Urteil sei kein Gejaule zu erwarten, wenn der Hund artgerecht erzogen wird – zudem sei die Viereinhalb-Zimmer-Wohnung groß genug und Grünflächen wie der Nymphenburger Park schnell erreichbar.

„Das hat uns sehr gefreut“, sagt Susanne K. „Wir lieben Max, er ist ein Teil unserer Familie.“ Am Freitag erreichte die Familie nun auch Post vom Landgericht: Dort bestätigten die Richter das Urteil, gegen das der Vermieter Berufung eingelegt hatte – jedoch ohne Erfolg. Für den kleinen Max heißt das: Er darf weiter in Neuhausen herumtollen – in seinem schönen Zuhause.

Welche Haustiere man halten darf, regelt der Mietvertrag

Welche Haustiere man halten darf, regelt grundsätzlich der Mietvertrag. Ein generelles Verbot von Tierhaltung ist darin unzulässig. Laut aktueller Rechtsprechung darf man Kleintiere wie Vögel, Fische oder Meerschweinchen immer halten – unabhängig davon, welche Vorgaben der Vermieter macht. Zulässig ist zudem, dass der Vermieter sich vorbehält, Haustiere im Einzelfall zu erlauben oder nicht. Dagegen können Mieter aber klagen – so wie bei Hund Max.

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thi

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