Neues Naturkundemuseum „Biotopia“

Museums-Neubau in Nymphenburg: So modern kann Naturkunde sein

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Durch das neue Gebäude neben Schloss Nymphenburg sollen die Innenhöfe besser zugänglich gemacht werden.

Am Schloss Nymphenburg soll mit dem Biotopia ein weltweit einmaliges Wissenschaftsmuseum entstehen. Der erste Entwurf für einen Neubau war allerdings auf Skepsis gestoßen. Jetzt wollen die Macher ihre Kritiker mit einem völlig neuen Konzept und einer veränderten Fassadengestaltung überzeugen.

München - Die Begeisterung von Michael John Gorman ist ansteckend. „Wir wollen die Neugier der Besucher wecken und ihnen ermöglichen, die Welt aus der Perspektive eines anderen Lebewesens zu erfahren“, erzählt der Gründungsdirektor des Biotopia, das die Nachfolge des Museums Mensch und Natur am Schloss Nymphenburg antreten soll. Die Architektur soll sich dem fügen: Hell und offen soll Biotopia werden.

Doch der Bau ist auch eine Gratwanderung: „Die Fassade soll nicht als bloßes historisches Mäntelchen dienen. Sie muss sich in das bestehende Ensemble einfügen und soll gleichzeitig als zeitgenössisches Bauwerk zu erkennen sein“, erklärt Architekt Staab. Von dem ursprünglichen Entwurf aus dem Jahr 2014 waren Denkmalschützer wie Museumsleitung gelinde gesagt nicht besonders begeistert. Das lag vor allem an einer Vorgabe im ursprünglichen Konzept: Es dürfe kein Tageslicht in das Museum fallen. Das Ergebnis war eine fensterlose Fassade mit dominanten Betonrillen, die wie ein Fremdkörper wirkte.

Architekt Volker Staab (l.) und der Biotopia-Gründungsdirektor Michael John Gorman wollen mit dem neuen Entwurf die Bürger überzeugen.

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Der Ire Gorman hat bei seiner Verpflichtung im Jahr 2015 ein völlig neues Konzept mitgebracht. Das Museum soll ein offenes Portal zum Verständnis der Wissenschaften werden. Gorman: „Wir möchten unsere Besucher zum Mitmachen anregen.“ Offene Labore sollen bei Groß und Klein Neugier wecken – dazu passt die offene Architektur des neuen Entwurfs. Die Besucher sollen auch ohne Ticket ins Erdgeschoss schnuppern können, große Fenster zum Besuch des Museums einladen.

Nach außen hin soll sich die Fassade dennoch in das Barockensemble des Nymphenburger Schlosses einfügen. „Wir wollen ein selbstverständlicher Teil des Schlosses sein und gleichzeitig sofort als modernes Museumsgebäude zu erkennen ist“, sagt Architekt Staab.

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Der nimmt bei der Gestaltung der Fassade Bezug auf die Farbgebung der Gebäude im Schlossrondell – ähnlich wie die Schwaige auf der anderen Seite des Rondells. „Wir haben uns intensiv mit dem gesamten Ensemble beschäftigt und orientieren uns am Gesamtplan des Hofbaumeisters Joseph Effner aus dem Jahr 1715“, erklärt Staab. Darum werde der Neubau auch nicht im repräsentativen Schlossgrau, sondern in einem helleren Farbton wie die Gebäude im Rondell gehalten sein. „Die Fassade gehört historisch eher zum Rondell als zum Schloss“, sagt Staab.

Biotopia-Gründungsdirektor Gorman wünscht sich durch das neue Gebäude eine engere Verzahnung mit dem Schlosspark und dem direkt angrenzenden Botanischen Garten.

Bis Ende 2018 werden Gorman und Staab noch am Konzept der Austellung und an der Architektur feilen. „Wir stehen dabei auch im engen Kontakt mit dem Bezirksausschuss“, bekräftigt Gorman. Den Bürgern wurde das neue Konzept gestern Abend nach Drucklegung unserer Zeitung bei einer Podiumsdiskussion vorgestellt. „Es hat in der Vergangenheit einige Missverständnisse gegeben. Einige dachten, wir wollten das ganze Schloss abreißen“, sagt Gorman mit einem Augenzwinkern. Weichen müsste lediglich das seit 2008 leerstehende Institutsgebäude der LMU, das in den 60er-Jahren erbaut wurde und nicht unter Denkmalschutz steht.

Im Jahr 2020 soll das jetzige Museum Mensch und Natur schließen und der Bau des Biotopia beginnen. Die Eröffnung ist für 2024 geplant.

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