48 Stunden nach dem Unglück

Nach Explosion in der Mohnblume: Der Laden läuft wieder

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Die Feuerwehr half die Trümmerteile zu beseitigen.

Richtig Glück hatten die Besitzer des Blumenladens „Mohnblume“ in Neuhausen. Bei einer Verpuffung schossen die Trümmer nur so durch den Laden. Was war passiert?

München - Keine Verletzten, der Schaden ist behoben – das nennt man Schwein gehabt. Schon 48 Stunden nach der Explosion in der Mohnblume, einem Blumengeschäft in Neuhausen, läuft der Laden wieder. „Wir sind heilfroh, dass niemand verletzt wurde“, erzählt Eigentümerin Sonja Hüsch (46), „nicht auszudenken, was alles hätte passieren können, wenn Passanten draußen vor dem Laden gestanden hätten.“

Ja, die Trümmer schossen bei der Verpuffung regelrecht bis auf den Gehweg. Was passiert war? Nachdem die Eigentümerin in einem kleinen, abgetrennten Raum im hinteren Bereich ihres Ladens Wachs geschmolzen – und im Trubel des Tagesgeschäfts vergessen hatte, den Topf vom Herd zu nehmen – versuchte eine Mitarbeiterin, das erhitzte Wachs mit Wasser zu löschen. Ein fataler Fehler: Die Druckwelle, die sich daraufhin entwickelt hatte, riss die komplette linke Fensterfront aus den Fugen. Glas zerbarst, Mauerwerk bröselte.

Wie ein Anwohner berichtet, war der Straßenabschnitt vor der Mohnblume zeitweise komplett für den Verkehr gesperrt. Anders als die Feuerwehr am Sonntag allerdings bekannt gegeben hatte, beschränkt sich der Sachschaden auf den vorderen Teil des Ladens. „Wir haben gar keine Hintertür, die bei der Explosion hätte kaputt gehen können“, verrät Hüsch.

Ebenfalls kurios: die Druckwelle, die infolge der Verpuffung entstanden war, hatte lediglich Auswirkungen auf die Fensterscheiben sowie die steinernen Pflastersteine auf dem Boden. Alles, was auf dem Fensterbrett gestanden hatte, ist nach wie vor ganz: sogar die Vasen mit den Rosen und Amaryllis, die Töpfe mit den Zierpflanzen, die Weihnachtssterne aus Holz – alles ist noch in Ordnung. Der Sachschaden wird derzeit auf mehrere Tausend Euro geschätzt. „Die Versicherung weiß Bescheid“, so die Eigentümerin „und regelt alles Weitere.“

Am Wochenende haben Sonja Hüsch und ihre Mitarbeiterinnen den kleinen Blumenladen wieder flott gemacht und richtig fleißig gewerkelt. Gerade jetzt, da Weihnachten vor der Tür steht, herrscht in der Mohnblume Hochkonjunktur.

Von der Decke baumeln Weihnachtsbäume aus Tonpapier, die Verkäuferinnen kommen mit dem Bedienen kaum hinterher. Und vor der abgedichteten Fensterfront sitzen zwei süße Schweinchen aus Ton. Das passt irgendwie zu den ganzen Ereignissen am Wochenende: Wie gesagt – einfach Schwein gehabt!

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Neuhausen – mein Viertel“.

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