„Welcher Mensch macht sowas?“

Nach dem Messer-Mord trauert Neuhausen: Sofia fehlt - so sehr

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So freundlich, so beliebt: Sofia (25, Name geändert) fehlt ihren Freunden so sehr.

Die Tat scheint unbegreiflich und macht unfassbar traurig. Die Bluttat in Neuhausen erschüttert. Eine junge Frau ist tot, zwei Menschen wurden schwer verletzt.  

München - Fassungslos sitzen Freunde am Tag nach dem Mord an der Pädagogik-Studentin Sofia S. (25, Name geändert) auf dem Gehweg an der Jutastraße (Neuhausen). Nur schwer können sie begreifen, was hier am Freitagnachmittag in einem Wohnblock passiert ist. Die Wohnung im vierten Stock wurde zum Schauplatz eines Blutbades: die 25-jährige Sofia mit mehreren Messerstichen getötet, ihre Mutter (53), ihr Bruder (15) und der braune Jagdhund schwer verletzt. Täter soll der 19-jährige Lion K. sein, den die Polizei nach rund vierstündiger Fahndung auf einem Fußweg an der Lindwurmstraße festnahm. Am Wochenende wurden weitere Details bekannt. Warum die Ermittlungen aufwändig sind, was den 19-Jährigen möglicherweise zu der Tat getrieben hat und wie Sofias Freunde trauern.

Die Trauer

Immer wieder legten Sofias Freunde am Wochenende Kerzen, Blumen, ­Bilder und Süßigkeiten auf dem Gehweg an der Jutastraße ab. Sie finden keine Worte für das, was am Freitag passiert ist. Schweigend nehmen sie Abschied von der 25-Jährigen, die ­Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität studierte. Auch in den sozialen Medien trauern viele junge Menschen um die Deutsch-Italienerin. „Welcher Mensch macht sowas?“, schreibt ein guter Freund. „Ruhe in Frieden, du unglaublich guter Mensch! Du hast alles und jeden zum Lachen gebracht! Ich werde dich nie vergessen und auf ewig vermissen!“

Kerzen und Blumen: Die Trauer in Neuhausen ist groß.

Die Familie

Sofias Familie und der mutmaßliche Täter kannten sich. Lion K. hatte eine Beziehung mit Laura S. (Name geändert), der jüngeren Schwester des Mordopfers. Wie lange die Trennung zurückliegt, war gestern unklar. In der Jutastraße haben die Nachbarn den 19-Jährigen schon länger nicht mehr gesehen. Möglich ist, dass die Familie gegen die Beziehung der beiden war oder Lion K. der Familie zumindest die Schuld an der Trennung gab. Die Mutter (53), der Bruder (15) und der braune Jagdhund erlitten ebenfalls mehrere Messerstiche – der Vater und die beiden Schwestern stehen unter Schock.

Sofias Familie und der mutmaßliche Täter kannten sich.

Der Verdächtige

Lion K. ist schon vor der Bluttat mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, offenbar unter anderem wegen Diebstahls. Der 19-Jährige ist in München ­gemeldet, wohnte nach tz-Informationen weniger als zwei Kilometer vom Tatort ebenfalls in Neuhausen. Dem Vernehmen nach sollen seine ­Eltern getrennt leben, er kommt aus schwierigen familiären Verhältnissen. Ob Lion K., der mehrere Geschwister hat, einem geregelten Job nachging, war gestern noch ­unklar. Er schwieg in einer ersten Vernehmung zu den Tatvorwürfen, sitzt in U-Haft.

Der mutmaßliche Täter schweigt bislang zu der Tat.

Die Ermittlungen

Die Lage ist für die Polizei kompliziert, die Ermittlungen sind sehr aufwändig. Das liegt auch daran, dass das Spurenbild in der Wohnung laut Polizei „komplex“ ist. Hier gibt es viele Blutspuren – heute soll ein Experte den Tatort deshalb noch einmal genauer ­untersuchen. Fakt ist jedenfalls: Das Tat-Messer wurde in der Wohnung gefunden. Auch der mutmaßliche Täter verletzte sich selbst, wurde nach seiner Festnahme ambulant versorgt. Kompliziert sind darüber hinaus die familiären ­Verhältnisse sowohl des vermutlichen Täters als auch des Opfers. Beide Seiten haben ­viele ­Angehörige. Im Falle des Messerangriffs in Neuhausen verdichten sich die Anzeichen auf eine Beziehungstat. Polizeisprecher Sven Müller äußert sich hier zum Ermittlungsstand der Münchner Polizei.

Nach der tödliche Messerstecherei in München sichern Experten Spuren am Tatort.


Stefanie Wegele

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