Agile Dinosaurier

The Pretty Things rocken und rocken und rocken…

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Agile Dinosaurier: Phil May und Dick Taylor (l.) von den Pretty Things.

München - „The Pretty Things“ zeigen im Backstage, dass sie auch 51 Jahre nach Bandgründung noch genügend Feuer für eine geile Rock’n’Roll-Party haben.

Zwischendurch muss Phil May kurz sein Asthmaspray rausholen, einmal draufgedrückt – und weiter geht’s im Programm. Nein, vom Alter lassen sich die Pretty Things nicht beirren. May trifft auch mit 69 noch jeden Ton, Dick Taylor lässt seine Finger und wahlweise den Bottleneck über die (Halb)-Akustische flitzen, als wäre er 17 und nicht 71. Mit Leadgitarrist Frank Holland bildet der Ur-Rolling Stone ein famoses Saitenduo, die junge Rhythmustruppe, bestehend aus George Perez (Bass) und Jack Greenwood (Drums), macht den alten Herren amtlich Feuer unterm Dino-Popo. „S.F. Sorrow“, „Midnight To Six Man“, „L.S.D.“ - anderthalb Stunden reihen die ewig unterschätzten Pioniere der British Invasion Hit an Hit, mit der brillanten Interpretation von Screamin Jay Hawkins‘ „I Put A Spell On You“ bringen May & Co. auch die grauschöpfig bestückten hinteren Reihen der Halle zum Mitwippen. Bemerkenswert: Auch mehrere Dutzend U-30-Vertreter/innen haben sich an der Friedenheimer Brücke eingefunden, um einem der urtümlichsten Rock-Originale zu huldigen. Bei der 2013er-Ausgabe des hippen Roadburn-Festivals im niederländischen Tilburg gehörten die Pretty Things zu den großen Gewinnern.

Auch ein Grund für das gut durchmischte Publikum im Backstage: Simeon Soul Charger. Die Neo-Hippies aus Akron/Ohio, seit einigen Jahren auf einem Bauernhof nahe Freising beheimatet, sind mit ihrem elektrisierenden Stilmix aus Grateful Dead, Black Sabbath, Pink Floyd und den Beatles eigentlich viel zu gut für einen Anheizer. Aber trotzdem stolz, mit einer Legende wie den Pretty Things touren zu dürfen. Gitarrist und Sänger Aaron Brooks wird nicht müde zu betonen, welche Ehre es ist, für die Brit-Saurier zu eröffnen. Hinterher gibt’s nette Bierchen-Gespräche mit den Fans, so sieht ein gelungener Konzertabend aus. Bitte bald wiederkommen!

Ludwig Krammer

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