Bei Festnahme

Räuber greift Polizisten an: Beamter gibt Warnschüsse ab

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Ein Beamter der Spurensicherung vermisst den Tatort.

München - Bei einer Festnahme in Neuhausen sind in der Nacht zum Mittwoch Schüsse gefallen. Beamte der Münchner Polizei gaben Warnschüsse ab, um einen Handtaschenräuber zu stoppen.

Eine 25-jährige Münchnerin fuhr am späten Dienstagabend gegen 23.40 Uhr mit der Trambahn vom Hauptbahnhof nach Hause. An der Haltestelle Leonrodplatz stieg sie aus und ging den Rest des Weges zu Fuß.

Bereits in der Tram war ihr laut Polizei ein Mann aufgefallen, der immer wieder Blickkontakt suchte. Kurz vor ihrem Wohnanwesen tauchte der Mann wieder auf und fing an, sie verbal zu belästigen. Anschließend griff er in ihre offen getragene Handtasche und wollte der 25-Jährigen die Geldbörse stehlen. Sie setzte sich zur Wehr und es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf der Täter die Geldbörse an sich bringen konnte und flüchtete. Zeugen beobachteten den Vorfall und verständigten die Polizei.

Im Rahmen der anschließenden Sofortfahndung fiel Zivilbeamten der Polizeiinspektion 42 (Neuhausen) an der Ecke Leonrod- /Albrechtstraße ein Mann auf, der exakt der Täterbeschreibung entsprach. Die Beamten stiegen aus ihrem Fahrzeug aus und gaben sich als Polizisten zu erkennen. In diesem Moment ergriff der Verdächtige die Flucht.

Die Beamten verfolgten den Mann zu Fuß. Nach ca. 150 Metern drehte sich der Verdächtige plötzlich um und führte mit einem bisher noch nicht näher identifizierten Gegenstand Stich- bzw. Schneidebewegungen in Richtung der Polizeibeamten aus. Sie forderten ihn in deutscher und englischer Sprache auf, stehen zu bleiben, sich hinzulegen und drohten auch den Schusswaffengebrauch an. Daraufhin drehte sich der Verdächtige erneut um und setzte seine Flucht fort.

An der Ecke Albrecht-/Rüthlingstraße wiederholte sich das Ganze. Da er weiterhin auf Ansprache der Beamten nicht reagierte, gab ein Polizist zwei Warnschüsse ab. Um eine Gefährdung Dritter zu vermeiden, schoss der Beamte in den weichen Grasboden eines Grünstreifens.

Trotzdem flüchtete der Täter weiter, konnte schließlich aber in der Leonrodstraße von den Polizeibeamten eingeholt und überwältigt werden. Bei der Festnahme leistete der Tatverdächtige erheblichen Widerstand, er blieb aber unverletzt.

Da der Tatverdächtige nach seiner Festnahme Kreislaufprobleme bekommen hatte, wurde der Rettungsdienst hinzugezogen, der ihn zur medizinischen Versorgung in ein Klinikum brachte.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 20-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan, der bereits polizeibekannt ist und der heute zur Klärung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium vorgeführt wird.

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