Heftige Diskussion BA-Ausschuss

Romanplatz: Das Tram-Häuschen kommt weg

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Nicht zu retten: Das alte Tram-Häuschen am Romanplatz kommt weg.

Das Tram-Häuschen am Romanplatz ist keine Schönheit. Deshalb kommt es nun weg. Was passiert mit der Fläche jetzt? Es gibt mehrere Alternativen.

München - „Im Keller tropft es von der Decke, Rost überall“, beschrieb Anna Hanusch (Grüne), die Vorsitzende des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg (BA), das Innere des Trambahn-Häuschens am Romanplatz. „Nur mit sehr großem Aufwand ließe sich das Haus sanieren. Die Kosten sind einfach unverhältnismäßig.“ Bei einem Ortstermin vor wenigen Tagen hatten sich BA-Mitglieder davon überzeugen lassen, dass das marode Häuschen nicht erhaltenswert sei. Mit knapper Mehrheit stimmte das Gremium nun in der jüngsten Sitzung dafür, dass auf der Fläche Alternativen entstehen sollten.

Doch welche, das steht völlig in den Sternen. Der BA wünscht sich dort „städtische Kunst“, „in jedem Falle jedoch eine Grünfläche“. Zusätzlich soll geprüft werden, ob eine Überplanung der Tramgleise, also eine gerade Durchfahrt der Linie 17 auf grüner Trasse, möglich ist.

Hitzige Diskussion mit der CSU-Fraktion

Vorangegangen war eine hitzige Diskussion: Die CSU-Fraktion, die bei dem Ortstermin nicht zugegen war, widersprach. Sie sei mit einem Abriss „ganz und gar nicht zufrieden“, sagte Sprecherin Kristina Frank. „Seit Jahren stehen bei uns Bürger auf der Matte, die sich alle möglichen kulturellen Nutzungen für das Häuschen vorstellen könnten: Café, Ausstellungsraum, Bücherschrank.“ Wenn er den Pavillon abreißen lasse, setze sich der BA über den Bürgerwillen hinweg, so Frank. Wenn eine Sanierung zu teuer sei, solle man halt ein neues Häuschen bauen, fordert Frank. Fraktionskollegin Barbara Roth pflichtete ihr bei: „Wir haben viel zu wenig Flächen für Vereine und bestehen darauf, dass ein Gebäude an dieser Stelle erhalten bleibt.“

Es sei „bedauerlich“, dass von der CSU niemand beim Ortstermin gewesen sei, entgegnete Hanusch. Allen Anwesenden sei gleich klar geworden, dass 500 000 Euro Sanierungskosten in keinem Verhältnis stünden. Auch sie selbst habe sich mit Bürgern auseinandergesetzt: „Die meisten waren tatsächlich zwiegespalten und könnten sich dort auch durchaus etwas anderes vorstellen.“ Das Geld sei an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt, so Hanusch.

„Ich kann mich da nur anschließen“, sagte Wilhelm Wermelt von der SPD. „Seit acht Jahren hat der BA kein vernünftiges Konzept für eine alternative Verwendung des Hauses vorgelegt.“ Noch im Mai hatten die Stadtwerke darauf hingewiesen, dass zügig entschieden werden müsse, was mit dem Stationshäuschen passiere. Die Vorbereitungen für die Vergrößerung der Haltestelle und ein zusätzliches drittes Gleis beginnen 2018.

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Leonie Gubela

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