Thomas B. (49) räumt Drogen-Vorwürfe ein

Saufen und Kiffen: Jugendtrainer muss ins Gefängnis

+
Ganz in Schwarz erschien Thomas B. (49) zum Prozess. Er räumte die Drogenvorwürfe ein – und wurde verurteilt.

München - Ein Jahr und sechs Monate Haft – ohne Bewährung! Der frühere Gerner Jugendtrainer Thomas B. (49, alle Namen geändert) muss ins Gefängnis.

Das Amtsgericht verurteilte den Versicherungskaufmann am Dienstag, weil er junge Kicker aus seiner B-Jugend nachweislich in zwei Fällen zum Saufen und Kiffen zu sich nach Hause einlud (wir berichteten).

„Sie hatten als Fußball-Trainer eine Vertrauens-Stellung“, begründete Richter Jürgen Hanselmann das Urteil. „Im Verein gehen die Eltern nicht davon aus, dass gerade Sie den Jugendlichen Betäubungsmittel überlassen.“ Deshalb handele es sich nicht um einen minderschweren Fall.

Im Prozess am Dienstag sagten vier seiner früheren Spieler gegen Thomas B. aus. Dabei wurde klar, wie stark der Jugendtrainer den Kontakt zu den Nachwuchskickern suchte. „Er schrieb oft SMS, ob wir nicht vorbeikommen wollten“, sagte Mario J. (17). „Wir wussten, beim Trainer gab es immer was zu rauchen“, sagte Tobias P. (17). Fertig gedrehte Joints lagen in der Küche bereit, dazu gab es Bier und Wodka.

Die Vorwürfe räumte Thomas B. gestern ein. Er selbst trug auch im Privatleben großen Schaden davon: Sein Arbeitgeber erfuhr von der Sache. „Mir wurde nahe gelegt zu kündigen. Ich verdiente 120 000 Euro pro Jahr bei einer Versicherung. Danach half ich an der Tankstelle aus.“

Dass Thomas B. bereits im Sommer gestanden hatte, in zwei Fällen auch Jugendlichen nachts in die Hose gegriffen zu haben, war vor Gericht kein Thema – die Fälle sind offiziell nicht angeklagt. Seltsam – denn im Plädoyer führte Staatsanwältin Winter aus, dass der Verdacht auf sexuellen Missbrauch überhaupt erst Anlass der Ermittlungen gewesen sei. Richter Hanselmann ließ entsprechende Anklagepunkte aber nicht zu. Er sah keine „Herabsetzung“ darin, dass B. zwei Jungs in die Hose fasste.

Kai P. (53) kann das nicht fassen. Auch sein Sohn (heute 16) war Opfer. „Schon der Versuch ist ja strafbar“, sagt er. „Dazu gab es verwertbare Aussagen, die der Staatsanwaltschaft vorlagen.“ Ihre Beschwerde lehnte Richter Hanselmann aber ab. Thomas B. hatte das letzte Wort im Prozess. Er sagte: „Die Sache tut mir leid. Ich werde nie wieder als Fußball-Trainer arbeiten.“

A. Thieme

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare