„Könnte zu einem modernen Wegweiser werden“

CSU will Bauwerk an der Donnersbergerbrücke zum Kunstwerk umgestalten

+
So grau und karg soll der Backschornstein nicht mehr das Stadtbild Münchens zieren.

Er ragt Meter hoch in den Himmel und ist letzter Zeuge der industriellen Vergangenheit des Quartiers: der Backsteinschornstein an der Donnersbergerbrücke. Nun soll er verschönert werden.

München - CSU-Stadtrat Marian Offman ist das Stangerl ein Dorn im Auge. Er fordert die Stadt nun in einem Antrag auf, den Kamin umzugestalten. Vorbild könnte etwa der Turm der Müllverbrennungsanlage Spittelau in Wien sein. Dieser ist von Friedensreich Hundertwasser gestaltet worden. Das Münchner Stangerl könnte aber auch mit einer Installation zum Leuchten gebracht werden. Kunst am Kamin!

Alt-OB Christian Ude (SPD) hatte in seiner Amtszeit eine Bürgeranfrage zum Thema beantwortet. Demnach steht der Schornstein zwar nicht unter Denkmalschutz. Aber dass er erhalten wird, war tatsächlich ein Wunsch aus der Bürgerschaft, eine Forderung des Preisgerichts und schließlich auch ein Stadtratsbeschluss. Auch Ude war der Meinung, dass gerade bei einem „sehr grundlegenden Strukturwandel wie im Bereich des Arnulfparks Zeugnisse der früheren Nutzung erhalten werden sollten, die etwas über die frühere Geschichte an diesem Ort erzählen und den Ort markieren“.

Lesen Sie dazu auch: Gute Idee? Schandfleck im Olympiapark soll zum Museum werden

So ähnlich (wie hier in Wien) könnte der Backsteinschornstein an der Donnersbergerbrücke auch bald aussehen. 

Und der Schornstein erinnert an die frühere Nutzung des Ortes als Heizkraftwerk. Dieses wiederum wird nunmehr als Veranstaltungsort für Konzerte, Clubnächte, Theater, Kabarett und Lesungen genutzt. „Die Deutung erschließt sich jedoch den täglich mehr als hunderttausend Fahrzeugen auf der Donnersbergerbrücke wohl eher nicht“, sagt Offman. „Oftmals wird der Schornstein als optisch unschön, inmitten moderner Bürobauten als unpassend empfunden.“ Deshalb sollte erwogen werden, den Kamin künstlerisch und innovativ umzugestalten. „Er könnte zu einem attraktiven und modernen Wegweiser werden.“

Vielleicht interessiert Sie auch das: Vom Arnulfsteg bis zur Feuerwache - Grünes Licht für diese Bauprojekte

Vorstellbar wäre laut Offman die Umgestaltung des Kamins beispielsweise im künstlerischen Ansatz von Friedensreich Hundertwasser. „Der Schornstein könnte aber auch mit Lichtinstallationen zum Leuchten gebracht werden.“

In einer Anfrage will CSU-Mann Offman nun von der Verwaltung wissen, ob noch finanzielle Mittel aus dem Budget „Kunst am Bau“ für den Arnulfpark verfügbar sind und ob gar eine Mitfinanzierung seitens der benachbarten Unternehmen möglich wäre. Weiter offen ist die Frage, ob vielleicht mit einem Wettbewerb eine künstlerische Umgestaltung des Kamins initiiert werden könnte. 

Sascha Karowski

Auch interessant

Meistgelesen

„Sie erlauben es mir nicht“: David Garrett sagt „Klassik am Odeonsplatz“ ab
„Sie erlauben es mir nicht“: David Garrett sagt „Klassik am Odeonsplatz“ ab
Seine Stimme kennt fast jeder Münchner - die meisten sind genervt, wenn sie ihn hören
Seine Stimme kennt fast jeder Münchner - die meisten sind genervt, wenn sie ihn hören
ARD liegt brisante Info vor: Muss der OEZ-Amoklauf entscheidend neu bewertet werden?
ARD liegt brisante Info vor: Muss der OEZ-Amoklauf entscheidend neu bewertet werden?
Schwabinger Kult-Kiosk soll für Burgerkette weichen: „Mama Ulli“ ist den Tränen nahe
Schwabinger Kult-Kiosk soll für Burgerkette weichen: „Mama Ulli“ ist den Tränen nahe

Kommentare