Deroystraße

20 Jahre Umbau: Söders Super-Finanzamt

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Finanzminister Markus Söder neben einer Grafik. Sie zeigt, wie das künftige Finanzamt aussehen soll. Das Bild hängt am jetzigen Bau.

München - Schon drei Amtsvorgäner von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) träumten von einem Super-Finanzamt. Dieser kündigte nun den Baubeginn an.

Wenn Bayerns Finanzminister Markus Söder (47, CSU) von den Münchner Finanzämtern spricht, gerät er ins Schwärmen: Keine Steuerbehörde im Freistaat beschert ihm so hohe Einnahmen wie die Münchner Finanzämter (siehe unten). Damit diese noch effizienter werden, sollen die über die Stadt verstreuten Dienststellen in einem Neubau an der Deroystraße (Maxvorstadt) untergebracht werden. Hier liegt jetzt schon der Hauptsitz.

Schon drei Amtsvorgäner Söders träumten vom Super-Finanzamt. Bereits unter Kurt Faltlhauser (CSU), der 1998 bis 2007 oberster Chef des weißblauen Fiskus war, begannen die Planungen, gestern kündigte Söder nun den Baubeginn für den „Steuercampus München“ für diesen Herbst an. Söder: „Ein Bekenntnis zum Standort München!“ Verlagerungen von Dienstellen aufs Land seien nicht geplant. „Die Beamten müssen ja vor Ort sein, da die großen internationalen Konzerne hier ihren Sitz haben.“ Bei einer Betriebsprüfung müssten die Beamten in der Nähe sein.

Als erstes wird auf dem derzeit unbebauten Teil des Grundstücks zur Maillingerstraße hin ein Neubau mit 13 000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Hier sollen dann die Beamten aus dem Hochhaus an der Maillingerstraße einziehen, das wiederum abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Das Ganze soll dann im Uhrziegersinn weitergehen, bis in etwa 20 Jahren das neue Super-Finanzamt fertig wird. Der Komplex wird aus fünf Häusern (bisher vier) bestehen. Die auf rund 300 Millionen Euro geschätzten Baukosten sollen teilweise durch den Verkauf der Grundstücke der aufgegebenen Dienststellen gegenfinanziert werden. Söder: „Wir rechnen mit einem Verkaufserlös von 150 bis 160 Millionen Euro.“

Johannes Welte

Bayerns Goldesel

Das Finanzamt München ist innerhalb Bayerns mit Abstand dasjenige Finanzamt mit dem höchsten Steueraufkommen. 40 Prozent der gesamten Steuereinnahmen im Freistaat werden von den Münchner Finanzbehörden abgeschöpft – das sind jährlich rund 40 Milliarden Euro. Die Münchner Finanzämter beschäftigen rund 3400 Beamte, von denen etwa 600 in Finanzämtern in ganz Südbayern auf elf Standorte verstreut sind: von Dillingen über Eichstätt und Zwiesel bis nach Passau. In diesen Außenstellen werden die Steuererklärungen der Arbeitnehmer bearbeitet. Neben den Dienststellen an der Deroystraße hat das Finanzamt München Standorte an der Karlstraße, der Katharina-von-Bora-Straße und der Winzererstraße, der Prinz-Ludwig-Straße (Steuerfahndung) sowie in der Seidl- und Augustenstraße. Alle diese Münchner Standorte sollen im Neubau an der Deroystraße zusammengefasst werden.

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