Statt Mediendorf

600 neue Staatswohnungen: Die sportlichste ­Siedlung der Stadt

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Im geplanten Olympia-Mediendorf ziehen Staatsbedienstete ein.

Die Pläne für das Mediendorf der gescheiterten Münchner Olympiabewerbung 2022 sind nicht ganz verloren: Sie gelten nun als Basis für ein Projekt des Freistaats, der auf dem Gelände südlich des Olympiaparks bis zu 600 Wohnungen für seine Bediensteten bauen will.

München - Die Gesichter waren lang bei den Verantwortlichen der Olympiabewerbungsgesellschaft, als die Münchner und die Bürger von Garmisch-Partenkirchen sowie den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden 2013 im Bürgerentscheid gegen Olympische Winterspiele 2022 in München und dem Oberland stimmten. Damit war sportliche Großereignis gestorben.

1300 Wohnungen waren geplant - die sollen kommen

Doch eines wollten die Verantwortlichen der Stadt damals retten. Es ging es um rund 1300 Wohnungen, die im neuen Olympischen Dorf und dem Mediendorf im Süden des Olympiaparkes entstehen sollten. Das Mediendorf war in der Bewerbung auf Grundstücken des Freistaates an der Schwere-Reiter-Straße vorgesehen, das olympische Dorf auf dem des bestehenden Bundeswehrverwaltungszentrums. Das sollte in einen Neubau an der Landshuter Allee ziehen, um Platz für ein gutes Dutzend heiter gestalteter Wohntürme an der Dachauer Straße zu machen. Für den Neubau an der Landshuter Allee hätte die Stadt wiederum die Grundstücke zur Verfügung gestellt.

Das Berliner Architekturbüro Léon-Wohlhage-Wernik lieferte 2010 in einem Architektenwettbewerb die Pläne für die Sportler- und Journalistenwohnungen, in die nach den Spielen Münchner Familien hätten einziehen sollen. Die Stadt erklärte nach dem Aus, dass sie die Pläne für das neue Olympiadorf weiterverfolgen wolle.

600 Wohnungen an der Schwere-Reiter-Straße

Was das Grundstück des Freistaats an der Schwere-Reiter-Straße betrifft, kommt nun tatsächlich Bewegung in die Angelegenheit. Die Gesellschaft für den Staatsbedienstetenwohnungsbau, kurz Stadibau, plant dort zwischen 400 und 600 Neubauwohnungen. „Wir wollen so schnell wie möglich diese Wohnungen bauen“, erklärt Stadibau-Chef Helmut Gropper. Stadibau und Stadt befinden sich derzeit im Abstimmungsprozess. Die Staidbau will das Wohngebiet in mehreren Abschnitten verwirklichen.

Das Mediendorf (blau) wird gebaut, das Olydorf liegt auf Eis

Ende 2018 könnte laut Gropper der erste Bauabschnitt beginnen. Der Freistaat benötigt dingend Wohnungen für seine Polizisten, Justizbeamten, Uniangestellte und Krankenschwestern der Unikliniken. Finanzminister Markus Söder (CSU) hatte Ende 2015 erklärt, dass die Stadibau in München in fünf Jahren 1010 neue Wohnungen bauen werde. Eine Voraussetzung ist die Verlegung der tierärztlichen Uniklinik auf dem Gelände. Die LMU konzentriert derzeit ihre Klinken ohnehin in Oberschleißheim.

Im Stadtbezirk freut man sich über die Pläne der Stadibau: „München braucht dringend Wohnungen“, so die Bezirksausschussvorsitzende von Neuhausen/Nymphenburg, Anna Hanusch (Grüne). Derzeit nutzen auch die Kammerspiele auf dem Gelände alte Lagerhallen als Depots, Gartler nutzen Flächen für urban gardening mit ihrem Projekt „Opflanzt is“.

Olympiadorf-Pläne liegen auf Eis

Was das olympische Dorf mit seinen heiteren Wohntürmen betrifft, die extra um den Baumbestand auf dem Grundstück herum geplant wurden, ist seit dem Aus für die Olympiabewerbung nicht mehr viel passiert. Die Stadt schrieb damals an Kanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU), dass man auch ohne Olympische Spiele an dem Bauprojekt und dem vorgeschlagenen Grundstücksdeal interessiert sei. Es gab eine wohlwollende Antwort, seitdem passierte nichts mehr.

Hanusch versteht ohnehin nicht, wieso die Bundeswehr an ihrem Standort an der Dachauer Straße festhält: „Es gäbe genügend Kommunen, die an einer Ansiedlung des Bundeswehrzentrums interessiert wären“, sagt sie.

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