Die Schumachers sind verzweifelt

Tränen an Heiligabend: Familienhund entführt

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Weihnachtsgrüße: Diese Grußkarte mit "Chester" und (v.l.) Caspar, Augusta, Moritz, Anthonia und Jacob verschickte Familie Schumacher noch vor Weihnachten an Bekannte und Freunde.

München - Trauerstimmung an Weihnachten: Hund "Chester" wurde gestohlen. Jemand entführte den Labrador vor dem Supermarkt. Familie Schumacher aus Nymphenburg ist verzweifelt.

Weihnachten - für viele ist es die schönste Zeit im Jahr. Für Familie Schumacher aus Nymphenburg ist die Zeit dieses Jahr kein Grund zu Freude: Hund "Chester" ist am Montag, 23. Dezember, vor einem Supermarkt am Romanplatz verschwunden.

"Er würde mich nie allein lassen", sagt Nicoline Schumacher mit Nachdruck. Sie ist sich sicher: Ihr Hund wurde gestohlen.

Am Montagabend ist sie zuammen mit "Chester" und ihrer jüngsten Tochter Augusta (6) zum Einkaufen an den Romanplatz geradelt. Vor dem Supermarkt stellten die beiden ihre Fahrräder ab und leinten "Chester" draußen gegen 18 Uhr an. "Das habe ich oft so gemacht - leider", gibt Schumacher zu. Bisher hatte sie sich nichts dabei gedacht. "Chester" saß nur wenige Meter vom Eingang entfernt, "direkt im Rampenlicht", sagt Schumacher. Und gerade vor Weihnachten war im und vor dem Supermarkt viel los.

Als die Schumachers nach zwanzig Minuten mit ihren Einkäufen wieder zurück waren, war "Chester" weg - samt Leine und Geschirr. "Mein erster Gedanke war Diebstahl. Er kann sich gar nicht losgerissen haben. Außerdem würde er das niemals tun", sagt Schumacher.

Seit knapp zwei Jahren lebt der schwarze Labrador bei den Schumachers. Seitdem ist er fester Bestandteil der siebenköpfigen Familie und wird dort heiß geliebt - besonders von den fünf Kindern Moritz (13), Anthonia (10), Caspar (10), Jacob (8) und Augusta. "Er ist unheimlich lieb, sehr verspielt, treuherzig, sehr menschenfreundlich und vor allem kontaktfreudig", sagt Schumacher. 

"Er glaubt, alle Menschen sind gut"

Genau das könnte das Problem sein, glaubt sie. "Chester" gehe mit jedem mit. Regelmäßig vertraue Schumacher ihren Hund Nachbarn oder Bekannten zum Gassi gehen an. "Chester" war immer ruhig und brav. "Er glaubt, alle Menschen sind gut", sagt Schumacher besorgt. Sie glaubt, die Hundediebe hatten es bei ihrem Hund besonders leicht. Bellen oder gar beißen tut der Rüde nicht.

Noch vor dem Supermarkt verständigte Schumacher ihren Mann und die Polizei. Genauso das Haustierregister "Tasso", das über Suchanzeigen und Fundmeldungen hilft, vermisste Tiere wieder zu finden. Schnell startete die Familie einen Suchtrupp. "Wir haben Zettel verteilt, herum gefragt und Freunde und Bekannte verständigt", sagt Schumacher. So ging es die ganzen Weihnachtsfeiertage über. "An Heiligabend ist unser ältester Sohn schon morgens um acht mit einem Freund in der Gegend umher geradelt", sagt Schumacher. Fehlanzeige - bis jetzt fehlt von "Chester" jede Spur.

Die Nymphenburgerin glaubt, ihr wertvoller, reinrassiger Labrador, der obendrein ausgebildet ist und folgt, wird jetzt auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Die Vorstellung ist grausam. "Man kann sich denken, wie Hunde dort gehalten werden", sagt sie.

"Die Geschenke an Heiligabend waren nicht mehr wichtig. Ich hatte fünf weinende Kinder daheim", sagt Schumacher. Selbst trifft es sie nicht weniger. "Chester" war ihr ständiger Begleiter. Als Kinderärztin im Blindeninstitut in München, nahm sie den Hund täglich mit zur Arbeit. Auch dort hat er viele Fans. Für die behinderten Kinder im Institut ist er zu einem wichtigen und vertrauten Gefährten geworden, sagt die Ärztin.

Wer kann Hinweise geben?

Jetzt hofft die Familie auf Hinweise. "Chester" ist ein schwarzer, schlanker Labrador mit einem runden Gesicht. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er einen  schwarzen Brustgurt mit einem gelben Sicherheitsband und einer roten Blinkleuchte und war mit einer orangefarbenen Hundeleine angehängt. Am Freitag will die Familie noch einmal losziehen und am Supermarkt am Romanplatz Zettel verteilen und Passanten und Kunden ansprechen.

Wer "Chester" gesehen hat oder am Montag, 23. Dezember, gegen 18 Uhr am Supermarkt am Romanplatz etwas Auffälliges gesehen hat, soll sich direkt bei Familie Schumacher unter Telefon 0170/3179756 oder 0152/28814096 melden.

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