Neuer Vorschlag wird vorgebracht

Wird aus der Hilblestraße die Hugendubelstraße? Nun regt sich Widerstand

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Vor der Umbenennung: Die Hilblestraße verdankt ihren Namen Friedrich Hilble, der im Dritten Reich Deportationen von Arbeitslosen und Fürsorgeempfängern ins Konzentrationslager Dachau veranlasste.

Diel Hilblestraße soll umbenannt werden - wegen der Nazi-Vergangenheit des Namensgebers. Doch gegen den ersten Vorschlag regt sich Widerstand.

München - Die Geschichtswerkstatt Neuhausen ist nicht gerade begeistert von dem Vorschlag, die Hilblestraße in Hugendubelstraße umzubenennen. „Das ist nicht unsere erste Wahl“, sagte der Vereinsvorsitzende Franz Schröther unserer Zeitung.

Wie berichtet, soll die Hilblestraße aus dem städtischen Namensregister getilgt werden. Friedrich Hilble (1881 - 1937) veranlasste als Leiter des Münchner Wohlfahrtsamtes im Dritten Reich Deportationen von Arbeitslosen und Fürsorgeempfängern ins Konzentrationslager Dachau. Die Entscheidung der Stadt, Hilble eine Straße zu widmen, datiert aus dem Jahre 1956. Im Zuge einer Untersuchung des Stadtarchivs kommen nun historisch belastete Straßen auf den Prüfstand. Ergebnisse der Studie werden dem Stadtrat im Herbst vorgestellt. Die Rede ist von etwa 30 Straßen im Stadtgebiet, die problematisch sind und für eine Umbenennung infrage kämen.

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Friedrich Hilble soll als Namensgeber einer Straße abgelöst werden.

Hugendubels Firmensitz an der Hilblestraße

Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, die Bürgerversammlung und die Geschichtswerkstatt Neuhausen drängen in diesem Zusammenhang auf eine Umbenennung der Hilblestraße. Aktuell wurde nun der Vorschlag publik, den Gründer des Buchkaufhauses, Heinrich Hugendubel (1936 - 2005), als Namensgeber auszuwählen. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der traditionsreichen Buchhandlung setzen sich dafür ein. Grund: Hugendubel hat seinen Firmensitz an der Hilblestraße. Franz Schröther kann dem aber nicht viel abgewinnen: „Die haben da ja nur ein paar Büros.“

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Heinrich Hugendubel hat das gleichnamige Buchkaufhaus gegründet.

Der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt Neuhausen fände es sinnvoller, die Straße nach einer verdienten Professorin der Technischen Universität München zu benennen. Das wäre eine logische Ergänzung, weil die umliegenden Schachenmeier-, Kapsch- und Pfänderstraße ebenfalls nach Professoren benannt worden seien, meint Schröther. „Dieses Karree, auf dem sich die ehemalige Max-II-Kaserne befand, wäre dann geschlossen.“ Weil bisher drei Männer bei der Namensgebung berücksichtigt worden seien, sollte es nun nach Meinung der Geschichtswerkstatt Neuhausen eine Frau sein. Schröther betont, prinzipiell sehe man die Diskussion leidenschaftlos. „Leidenschaftlich sind wir nur in der Auffassung, dass die Straße dringend umbenannt werden soll.“

Über die Namensgebung entscheidet letztlich der Ältestenrat des Münchner Stadtrats. Ob dies noch heuer passiert, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber völlig unabsehbar.

Klaus Vick

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