Gericht

Vater verletzt Baby durch Schütteln - Frau verzeiht ihm

München -  Es klingt unglaublich: Ein Vater hat sein Baby dermaßen geschüttelt, dass es für immer behindert ist. Doch die Ehefrau verzeiht ihm nun.

Eine Mutter hat ihrem Mann die schwere Misshandlung verziehen, die er der gemeinsamen Zwillingstochter zugefügt hat. „Ich habe die Kraft, ihm zu verzeihen, Gott gibt mir diese Kraft“, sagte die Zeugin am Freitag vor dem Münchner Landgericht. Irgendwann nach der Haft würde sie ihn auch wieder aufnehmen.

Der Angeklagte zeigte keine Reaktion auf die erste öffentliche Stellungnahme seiner Frau zu seiner folgenschweren Tat im Dezember 2013. Das Kind ist durch eine linksseitige Lähmung in seiner Entwicklung behindert. Der 49-jährige frühere Mitarbeiter eines Fitness-Studios und seine drei Jahre jüngere Frau waren im Mai 2013 spät Eltern eines Zwillingspärchens geworden. Wegen ihres doppelt so hohen Einkommens begann die Kauffrau nach dem Mutterschutz wieder zu arbeiten, der Angeklagte nahm Erziehungsurlaub.

Am Tattag rief er sie am Arbeitsplatz an, sie solle sofort kommen, es sei etwas Schlimmes passiert, dem Töchterchen gehe es schlecht. Nach der Anklage hatte der Mann das schreiende Baby so schlimm geschüttelt, dass das Kind schwer verletzt wurde und behindert bleiben wird. Sie sehe das nun bei einer Pflegefamilie lebende Kind zwei Mal in der Woche, die Kleine mache seit August gute Fortschritte, sagte die Mutter. „Die Ärzte meinen, sie wird wahrscheinlich mit drei oder vier Jahren laufen können.“ Auch fange das Kind nun an zu sprechen. Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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