Immer mehr Post - und immer bunter

So läuft der Weihnachts-Wahnsinn im Briefzentrum

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Bis zu 1000 Briefe am Tag können die Mitarbeiter im Münchner Briefzentrum pro Tag per Hand sortieren.

München - Im Briefzentrum an der Arnulfstraße werden an Spitzentagen 700.000 Sendungen bearbeitet – viele davon müssen per Hand sortiert werden. Ein Blick hinter die Kulissen.

Weihnachtsgrüße, Neujahrswünsche und Geschenkgutscheine – in den Adventswochen ist in Deutschland so viel Post unterwegs wie sonst das ganze Jahr nicht. Statt der üblichen 350.000 Sendungen pro Tag werden im Briefzentrum München an vorweihnachtlichen Spitzentagen 700.000 Briefe bearbeitet, teilt das Unternehmen mit. Zusammen mit den bereits freigestempelten Geschäftsbriefen werde die maximal mögliche Menge von 4,5 Millionen Sendungen am Tag erreicht.

Die Zahl der Sendungen steige bis Heiligabend von Tag zu Tag an, sagt Bettina Altschäffl, Leiterin des Briefzentrums. Briefe rasen durch die automatischen Sortieranlagen, Rollbehälter werden verladen, ein Techniker flitzt mit dem Roller durch die Halle, um bei einem Papierstau zu helfen. Vorweihnachtsstress im Briefzentrum an der Arnulfstraße 195. Schon Mitte November ging es los, denn zum 1. Dezember werden Adventskalender verschickt. Den nächsten Höhepunkt erlebte das Briefzentrum vor dem Nikolaustag. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es nun den arbeitsreichsten Tagen des Jahres entgegen.

Die Briefe würden auch bunter und schwerer, sagt Altschäffl. Zudem suchten sich immer mehr Menschen für die Weihnachtspost Umschläge in ungewöhnlichen Formaten aus. Das sorge dafür, dass in den Adventswochen verstärkt mit der Hand sortiert werden müsse.

Das Gewichtslimit für einen Brief beträgt ein Kilogramm, weshalb viele Privatkunden Bücher, CDs oder Computerspiele nicht im Paket, sondern per Brief verschicken, auch wenn die Sendung dann nicht versichert ist. Auch für Warensendungen der Online-Shops gilt: Alles unter einem Kilo ist „Brief“ und wird in Briefzentren bearbeitet. Zum anderen werden die Sendungen in der Adventszeit deutlich bunter. Es gibt weinrote und silbergraue Umschläge, oft von Kinderhand beschriftet, mit Tinte in allerlei Farben. Die Sortiermaschinen könnten aber weder Adressen mit silbriger Tinte auf grauem Grund noch Adressen auf Postkarten in Form von Tannenbäumen und Weihnachtsmännern lesen, erklärt Altschäffl. Deshalb wird dann von Hand sortiert. „Das ist Arbeiten wie vor 30 Jahren.“ Während eine Sortiermaschine in einer Stunde 40 000 Sendungen schafft, sortieren die Mitarbeiterinnen 1000 Briefe stündlich.

Auch wenn in den Wochen vor dem Fest doppelt so viel Arbeit anfällt wie üblich, herrscht im Briefzentrum Gelassenheit. „Es ist ja nicht das erste Weihnachtsfest, das vor der Tür steht“, sagt Altschäffl. Die Überstunden, die vor Weihnachten anfallen, können die Mitarbeiter im Sommer ausgleichen, wenn weniger zu tun ist. Um die Mehrarbeit aufzufangen, seien zudem 70 Schüler und Studenten als Aushilfen im Einsatz. Auch an Heiligabend und am 2. Feiertag wird gearbeitet, damit die Menschen am 27. Dezember wieder wie gewohnt ihre Post im Briefkasten haben. Ruhe kehrt nach den Feiertagen bei der Post allerdings nicht ein: Denn dann müssen die Paketretouren bearbeitet werden.

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