Erste Mieter erhalten Schlüssel für ihre Wohnung

Stelzenhaus fertig - Bauzeit betrug nur sechs Monate

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Sharon Meka, Tochter Michelle (7) und Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler mit symbolischem Schlüssel.

München - Das Zehn-Millionen-Pilotprojekt auf Stelzen steht: Am Dienstag haben die ersten Mieter die Schlüssel für ihre neuen Wohnungen am Dantebad bekommen.

Innerhalb eines Jahres hat die Wohnungsbaugesellschaft Gewofag 100 Wohnungen in Holz-Systembauweise über dem Parkplatz des Dantebads geplant und gebaut. Ein Novum in München, von dem Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler einst gesagt hatte: „Es war die beste Idee, die Oberbürgermeister Dieter Reiter zum Thema Wohnungsbau je hatte …“

Und jetzt strahlen die Augen – zum Beispiel die von Sharon Meka (33), die zusammen mit ihren Töchtern am 2. Februar in einer der Wohnungen einziehen darf. Die Frau, die ursprünglich aus Kamerun kommt und seit zwölf Jahren in Deutschland lebt, hat seit drei Jahren eine Wohnung gesucht und sagt jetzt: „Ich freue mich riesig.“ Die 54 Quadratmeter werden rund 500 Euro monatlich kosten – Meka will ihr Geld nach einem Lehrgang in einer Sicherheitsfirma verdienen.

Erdgeschoss? Gibt’s nicht – weil hier Autos stehen.

„Wohnen für alle“ heißt das städtische Wohnungsbau-Sofortprogramm, zu dem das Haus am Dantebad gehört. Hier werden anerkannte Flüchtlinge und Wohnungslose leben, die das Sozialreferat und die Gewofag gemeinsam auswählen. Die andere Hälfte vergibt das Sozialreferat über die Online-Plattform SOWON an berechtigte Haushalte (wie eben Sharon Meka).

„Uns war wichtig, dass hier eine ausgewogene Mischung an Bewohnern entsteht,“ sagt Klaus-Michael Dengler, „weil das ein gesundes Zusammenleben sichert.“ Man habe deswegen verschieden große Wohnungen gebaut, die an Frauen und Männer fast gleichermaßen vergeben wurden.

Dengler sagt, dass man zudem Räume für Begegnung im Haus integriert habe, „da sie die Bildung einer gesunden Hausgemeinschaft und Nachbarschaft unterstützen.“

Dieses Bild aus einer Musterwohnung zeigt, wie die neuen Mieter am Dantebad leben.

Dafür will man neue Wege gehen. Erstmalig wurde ein öffentlich genutzter Parkplatz mit Wohnungen überbaut. Eine bereits versiegelte Fläche wird so doppelt genutzt, betont die Gewofag, die in München rund 35.000 Wohnungen vermietet. Der Komplex am Dantebad steht auf einer Betonrahmenkonstruktion mit einer Stahlbetondecke, darüber vier Stockwerke in Holzsystembauweise. So habe man die Bauphasen „deutlich verkürzt“, sagt Dengler – „und gleichzeitig eine hohe Qualität sichergestellt“. Die reine Bauzeit hat gerade mal sechs Monate betragen.

Vier der 100 neuen Wohnungen sind rollstuhlgerecht, es gibt 86 Einzimmerwohnungen (24 bis 31 Quadratmeter) und 14 Wohnungen mit zweieinhalb Zimmern (48,8 bis 54 Quadratmeter). Für den Quadratmeter zahlen die Mieter 9,40 Euro (kalt).

Wohnen für alle

Das städtische Projekt „Wohnen für alle“ ist zunächst auf vier Jahre angelegt. In diesem Zeitraum sollen rund 3000 Wohnungen für einkommensschwache Gruppen entstehen (rund 1000 davon bereits heuer). Die städtische Gesellschaft Gewofag beteiligt sich nicht nur mit dem Bau am Dantebad an „Wohnen für alle“ – auch an der Schittgablerstraße (Lerchenau) und an der Bodenseestraße (Aubing) sollen günstige Appartements entstehen.

Tobias Scharnagl

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Kommentare

Woast wasAntwort
(0)(0)

Ja...aber dafür brauchen sie keine echten Bilder...warum sich die Arbeit machen und nach echten Bildern und Zeitungsartikeln suchen, wenn man alles in 5 Minuten mit Photoshop fertig machen kann?

AloisiusAntwort
(1)(0)

Diese Schleuserorganisationen sind international, die Hintermänner können sonstwo auf der Welt sitzen. Die sorgen schon dafür dass dass Bild ausgedruckt u.dann den Migranten in ihren Heimatländern als Köder gezeigt wird.

Woast wasAntwort
(0)(0)

nein, die leben nicht auf dem Mond, aber die kommen nicht auf die Idee nach einer Münchner Lokalzeitung zu suchen ;-) Eher basteln sich die Schleuser was selbst zusammen...