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9-Euro-Ticket: München als Versuchslabor - Große Studie soll klären, wie viele Menschen aufs Auto verzichten

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Von: Sascha Karowski

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9-Euro-Ticket
Ein frisch an einem Automaten der Deutschen Bahn erworbenes 9-Euro-Ticket vor einem Zug. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die TU München startet eine Studie zu der Frage, wie sich das 9-Euro-Ticket auf das Mobilitätsverhalten auswirkt. Dazu werden noch Teilnehmer gesucht.

München - Wie wirkt sich das 9-Euro-Ticket auf den öffentlichen Nahverkehr in der Metropolregion München aus? Dieser Frage widmet sich die Studie „Mobilität.Leben“ von Stadt, Verkehrsbetrieben und Technischer Universität (TU) München. Und es werden noch Teilnehmer gesucht, die anonym an einer Umfrage teilnehmen oder ihre täglichen Wege mittels App übermitteln.

Große Studie „Mobilität.Leben“ in München: Online-Befragung von Mai bis Dezember

Die Online-Befragungen finden von Mai bis Dezember statt. Dabei geht es nicht nur um das Mobilitätsverhalten, sondern auch um Fragen des Konsums und der Energienutzung. Die Befragung läuft über die Webseite www.hfp.tum.de/hfp/tum-think-tank/mobilitaet-leben. Die Teilnehmer werden bis Jahresende dreimal befragt. Außerdem bekommen 1000 Interessierte die Möglichkeit, ihr Bewegungsverhalten bis Ende September sogar automatisch per App erfassen zu lassen. Die Registrierung dafür erfolgt auch über die Webseite. Für die vollständige Teilnahme gibt es eine Entschädigung von mindestens 30 Euro. Unter den Teilnehmern werden zusätzlich 200-Euro-Gutscheine verlost.

„Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Daten Veränderungen im Mobilitätsverhalten zu erfassen und daraus Schlussfolgerungen für den Verkehr von morgen zu ziehen“, sagt Forschungsleiter Professor Klaus Bogenberger. Greife zum Beispiel das 9-Euro-Ticket und bringe es tatsächlich Menschen dazu, vom Auto auf Busse und Bahnen umzusteigen? „Oder fahren die Menschen weiter viel Auto, wenn Treibstoff wegen der vorübergehenden Steuersenkungen wieder billiger wird?“

Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne): „Wollen wissen, wie viele langfristig umsteigen“

Die Stadt arbeite mit Hochdruck an der Umsetzung der Verkehrswende, sagt Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne). Ein besseres Angebot und ein einfaches, attraktives Tarifsystem seien dafür ganz zentral. Das 9-Euro-Ticket sei nicht nur ein tolles Angebot. Es mache die Stadt auch zu einem gigantischen Reallabor. „Wir wollen wissen, ob ein solcher Tarif eher Pendler oder Ausflügler anspricht. Und wie viele den ÖPNV auch langfristig für sich entdecken.“

Aus Sicht der MVG sei wichtig, die Fahrgäste zu verstehen, sagt MVG-Chef Ingo Wortmann. „Vor allem aber wollen wir wissen, wie bestimmte Maßnahmen auf die Zielgruppe neuer Fahrgäste wirken.“ Grundsätzlich gelte aber: Bevor dauerhaft die Preise im ÖPNV gesenkt werden könnten, müsse investiert werden. „Wenn das Angebot stimmt, und die Infrastruktur nicht überlastet ist, schaffen wir allein dadurch schon Anreize für neue Fahrgäste.“ Dazu brauche es aber finanzielle Hilfen von Bund und Land.

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