"Aktenzeichen M ungelöst"

Diese neun Verbrechen halten die Münchner Kripo in Atem

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Polizisten sichern Spuren am Tatort in Riem. Vom Täter Moayad Ismail Ahmad (44) fehlt jede Spur.

München - Neun Verbrechen, die zwar zum Teil schon Jahre zurückliegen. Aber noch lange nicht vergessen sind. In einigen Fällen sind die Täter bekannt und auf der Flucht. In anderen existieren nur winzige Spuren.

Die Polizei fahndet derzeit mit Hochdruck nach Moayad Ismail Ahmad (44), der am Sonntag in Riem seine Ex brutal niedergestochen haben soll (siehe unten ). Nicht der einzige Fall, der die Münchner Kripo derzeit in Atem hält. Aktenzeichen M ungelöst! Die tz zählt an dieser Stelle acht weitere Verbrechen, die zwar zum Teil schon Jahre zurückliegen. Aber noch lange nicht vergessen sind. In einigen Fällen sind die Täter bekannt und auf der Flucht. In anderen Fällen existieren nur winzige Spuren, die eines Tages vielleicht zum Erfolg führen.

Messer-Attacke vor den Augen der Kinder

Er hat seine Frau (37) und seine Tochter (22) im vergangenen Jahr im Juli so massiv misshandelt, dass die Polizei einschritt. Im Herbst verschleppte Moayad Ismail Ahmad (44) seine beiden jüngsten Söhne (7 und 9 Jahre alt) in den Irak und gab die Kinder erst nach Intervention der Verwandten im Dezember 2013 wieder zurück. Am Donnerstag wurde seine zerrüttete Ehe in München geschieden. Das war wohl der Auslöser für das blutige Familiendrama in der Elisabeth-Mann-Borgese-Straße in Riem (tz berichtete).

Kurz nach 14 Uhr klingelte Ahmad am Sonntag an der Wohnung, in der er mit seiner Frau und den vier Kindern gelebt hatte. Nach diversen Übergriffen durfte er sich dort nicht mehr aufhalten. Außerdem wurde er seit der Entführung der Kinder mit Haftbefehl von der Polizei gesucht und war untergetaucht. Am Sonntag jedoch ließ ihn jemand von den anwesenden Verwandten wieder in die Wohnung. Ein großer Fehler: Der 44-Jährige griff sofort seine Frau an, stach die 37-Jährige vor den Augen der Kinder mit tiefen Messerstichen in Bauch und Brust nieder. Notoperationen retteten der Frau knapp das Leben. „Ihr Zustand ist besorgniserregend. Sie ist noch nicht über den Berg“, erklärte der Leitende Kriminaldirektor Frank Hellwig gestern.

Ahmad floh sofort über die Terrasse der Erdgeschosswohnung. Mantrailer-Hunde verfolgten seine Spur bis zur U-Bahn. Dort verlor sich seine Spur: „Seitdem ist er unauffindbar“, so Hellwig. Nach Moayad Ismail Ahmad wird seitdem wegen Mordversuchs gefahndet. Die Mordkommission (Tel. 089/ 2901-0) hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise. Die verstörten Kinder und Frauen – alle Augenzeugen der Tat – werden vom Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.

Der Mann mit dem Goldzahn

Als der „Mann mit dem Goldzahn“ erlangte er traurige Berühmtheit. Sogar bei Aktenzeichen XY … ungelöst wurde nach ihm gefahndet. Doch gefunden wurde er nicht: Am 2. Mai 2013 lauerte dieser etwa 40-Jährige Mann einer Frau (30) am General-Kalb-Weg am Fasangarten auf. Er zerrte sie zu Boden und verging sich mit äußerster Brutalität an ihr. Nach der Sendung im Februar 2014 meldete sich eine weitere Frau, vor der sich dieser Mann entblößt hatte. Seitdem ist er verschwunden.

Die Fahndung nach den Flaucher-Killern

5000 Euro Belohnung hat die Polizei auf diese beiden untergetauchten Obdachlosen Ireneusz Deren (43; li.) und Vitalijs Tihomirovs (40) ausgesetzt. Der Lette und der Pole stehen in dringendem Verdacht, ihren Kumpel Jerzy C. (50) vermutlich in der Nacht zum 26.August auf der Flaucher-Insel an der Isar erschlagen zu haben. Morgens fand ein Putzmann den toten Jerzy grün und blau geschlagen nackt unter seiner Decke. Die Männer waren oft zu Dritt unterwegs gewesen. Das Motiv ist ein Rätsel.

Beraubt und ermordet

Um den 20. August 2011 verließ der homosexuelle Münchner Rentner Karl Heinz Radmiller (81) seine Wohnung und fuhr auf seinem Roller in die Isarauen nach Ismaning. Der Waldparkplatz nahe der B 471 ist ein Homosexuellen-Treffpunkt, an dem auch Radmiller öfter neue Partner suchte. Im Oktober 2011 wurde die spärlich bekleidete Leiche des Rentners abseits der Wege von Waldarbeitern gefunden. Der 81-Jährige wurde möglicherweise in eine Falle gelockt, beraubt und ermordet. Der Täter ist unbekannt.

Maxis schrecklicher Tod

Die Kleine hat gelebt, geatmet, ihre Mutter angeschaut. Und bis heute fragen sich die Ermittler, wer dieses hilflose, kleine Wesen nur Stunden nach der Geburt erschlug: Im Park hinter dem Maximilianeum wurde das ermordete Mädchen am 6. Oktober 2009 gefunden. Weitgehend verwest, achtlos entsorgt in einem blauen Müllsack. Die Ermittler nannten sie Maxi. Sie ruht im Ostfriedhof in geweihter Erde. Ihr Mörder ist unbekannt.

Der unheimliche Isar-Mörder

Es ist ein Mord, den die Münchner nicht vergessen. Weil das Schicksal des Ingenieurs Domenico Lorusso (31) so traurig ist. Und weil der unheimliche Mörder frei herumläuft: Vor den Augen seiner Verlobten wurde der Italiener am Abend des 28. Mai am belebten Isar-Radweg in der Erhardtstraße von dem Unbekannten erstochen. Der Täter hatte vorher Domenicos Verlobte angespuckt.

Der Täter wartete im Wald

Es war die aufwändigsten Mord-Ermittlung der Erdinger Kripo. Doch der Killer wurde nie gefasst: Am 7. Juni 2009 nahm die die Münchner Rentnerin Luise Zimmermann († 73) an einem Volkswandertag mit 600 Teilnehmern in Aying teil. Zwei Wochen später wurde sie vergewaltigt und in Teilen verbrannt im Wald gefunden. Ihre gesamte Kleidung und den Rucksack hatte der Mörder mitgenommen. Nichts davon wurde je wieder gefunden.

Rätsel um Brandleiche

Über die Analyse der Knochen. Zähne und Muskeln weiß man, dass er seine Kindheit in China am Meer verbrachte, dass er später oft Fleisch aß und die letzten Wochen seines Lebens in Deutschland bzw. Bayern verbrachte. Auch sein Gesicht wurde rekonstruiert. Sonst aber weiß man so gut wie nichts über diesen sehr gepflegten, etwa 45-Jährigen Mann, der am Abend des 2. Juli 2012 mit grauenhaften Brandverletzungen tot im Englischen Garten gefunden wurde. Dabei ist es bis heute geblieben.

Vater (61) unter Verdacht

Es schaut sympathisch und serös aus. Ist er aber nicht: Seit September fahndet die Polizei nach dem irakischen Familienvater Abbas-Ali Rahat-Farimani (61). Der als gewalttätig bekannte Familiendespot hat seine Frau Hafida B. (47) nach Erkenntnissen der Polizei im August in der Wohnung in der Selma-Lagerlöf-Straße in Riem ermordet. Er befindet sich seitdem mit seinen Kindern (3 und 7 Jahre) auf der Flucht.

Dorita Plange

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