Super-Checker baut Mega-Unfall

Amokfahrer hatte nicht mal einen Führerschein

Er findet sichziemlich toll: Rotlicht-Raser Okan A. (18) wird jetzt lange zu Fuß gehen

München - Der Amokfahrer von Neuperlach hat nicht mal einen Führerschein - und wird ihn so schnell nicht bekommen. Die Hintergründe zum Mega-Unfall des Super-Checkers:

In zwei Wochen wollte der Mechatroniker-Azubi Okan A. (18) seinen Führerschein machen. Sogar das Auto dazu hatte er schon gekauft: Einen roten Peugeot 206. So rot wie seine Lack-Krawatte. Doch aus dem Führerschein wird wohl nichts mehr. Und zwar für eine sehr, sehr lange Zeit: In ungefähr 15 Sekunden sammelte der Super-Checker aus Neuperlach bei einer völlig hirnlosen Raserei in der Putzbrunner Straße 15 Flensburg-Punkte, schrottete sein eigenes und fünf fremde Autos und brachte sich, seine Freunde und mehrere andere Autofahrer in höchste Gefahr. Schaden: Mindestens 17 000 Euro! Sieben Menschen wurden verletzt, zwei davon – eine Frau (46) und Okan A.’s Kumpel (17) – sogar schwer. Sie kamen mit Prellungen und Gehirnerschütterungen in eine Klinik.

Um 19.40 Uhr wähnten sich mehrere Autofahrer auf der Putzbrunner Straße wie in einem schlechten Film. An der Kreuzung zur Fritz-Erler-Straße raste der mit vier jungen Leuten besetzte rote Peugeot plötzlich in einem Wahnsinns-Tempo über die rote Ampel. Mit voller Absicht. Am Steuer: Okan A., der einen Riesenspaß hatte. Noch!

Schon schoss der Wagen auf die nächste Kreuzung zur Thomas-Dehler-Straße zu. Dort jedoch warteten schon drei Autos vor der roten Ampel. Der rote Peugeot raste von links mit unverminderter Geschwindigkeit heran. Doch dann ging etwas schief. Okan A. verschätzte sich, streifte den Peugeot einer 23-Jährigen, krachte in das Heck eines weiteren Wagens und schob ihn auf den Vordermann. Der rote Peugeot schleuderte frontal in einen entgegenkommenden Audi A3. Der Fahrer eines weiteren Audi A4 konnte ausweichen, krachte aber gegen den Bordstein.

Okan A. und seine Freunde – zwei Mädchen und Bub (17) – flohen zu Fuß. Über ein im Auto liegendes Handy kam die Polizei dem Raser aber schnell auf die Spur, Um 23 Uhr wurde der noch bei seinem Vater in Neuperlach lebende Azubi abgeholt. Auf der Inspektion machte ihm die Polizei die Rechnung auf: Zwei vorsätzliche Rotlicht-Verstöße, fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen, Straßenverkehrsgefährdung, Unfallflucht, Fahren ohne Zulassung und Führerschein. Vergehen nach dem Pflichtversicherungsgesetz. Das Kurzzeitkennzeichen am Peugeot war abgelaufen, gehörte nie zum Wagen. Das Kennzeichen hat Okan A. angeblich „gefunden“.

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